Prof. Dr. Heiner Köster gibt die Leitung des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften ab

Der langjährige Dekan im Gespräch

Menschen Campus Interview kompetent

Jade Welt (JW): Lieber Herr Köster, Sie haben den Fachbereich Ingenieurwissenschaften viele Jahre lang geleitet. Welche Schwerpunkte haben Sie in dieser Zeit gesetzt?

Köster: In meiner Zeit als Dekan - zunächst als Dekan im Fachbereich Elektrotechnik und dann mit einer kurzen Unterbrechung 17 Jahre als Dekan des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften - waren die Fusion der drei ehemaligen Hochschulen Oldenburg, Ostfriesland und Wilhelmshaven und dann die Defusion zu den Hochschulen, wie wir sie jetzt kennen, intensive Arbeitsschwerpunkte. Auch die Zeit der Fusion der drei ehemaligen Fachbereiche Elektrotechnik, Feinwerktechnik und Maschinenbau zu einem integrierten Fachbereich war ein sehr herausfordernder Schwerpunkt in der Arbeit. Die erfolgreiche Fachbereichsfusion überschnitt sich zeitlich mit der Einführung der konsekutiven Studiengänge im Jahr 2004. Die Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge war dann auch ein Katalysator zur Schaffung von Synergien zwischen den Studiengängen und damit zu einer Steigerung der Effektivität. Parallel zu der Fusionierung der Fachbereiche ging eine Reduzierung der Professor_innennstellen im Fachbereich Ingenieurwissenschaften von ehemals 73 auf 47 einher.

JW: Was hat sich über die Jahre verändert?

Köster: Sehr positiv hat sich die Internationalisierung entwickelt und damit vor allem die Mobilisierung von Studierenden, einen Auslandsaufenthalt anzustreben. Gleiches gilt für die Forschung an den Hochschulen. Auch hier haben sich viele und Erfolg versprechende Ansätze entwickelt. Die Einführung der konsekutiven Studiengänge hat eine größere Durchlässigkeit zwischen Hochschulen und Universitäten zur Folge. Dieses gibt eine weitreichende Perspektive für unsere Studierenden, eine akademische Karriere anzustreben.

JW: An welches besondere Erlebnis Ihrer Amtszeit werden Sie sich gerne erinnern?

Köster: Besondere Erlebnisse meiner Amtszeit verbinde ich mit der Internationalisierung im Fachbereich. Da ist zum Beispiel das seit Beginn der 2000er Jahre laufende Projekt, Studierende von der Partnerhochschule in Hefei in Studiengänge des Fachbereichs zu akquirieren. Dies ist eine wichtige Komponente der Internationalisierung vor Ort, bei der uns das International Office hervorragend unterstützt hat. Ein weiteres Standbein der Internationalisierung ist die Zusammenarbeit mit der Universität Bordeaux. Die seit 1996 bestehende Zusammenarbeit ist unter Mitwirkung einer Reihe von wissenschaftlichen Mitarbeitern im Fachbereich zu einem festen curricularen Projekt entwickelt worden, in dem die Zusammenarbeit von französischen und deutschen Studierenden bei der Bearbeitung von Projekten in transnationalen Gruppen trainiert wird. Es konnten in den letzten Jahren mehr als 400 französische und deutsche Studierende zusammengebracht werden.

JW: Was wünschen Sie Ihrem Nachfolger Prof. Dr. Sebastian Azer?

Köster: Die Kraft, anstehende Veränderungsprozesse proaktiv anzugehen und kraftvoll voranzubringen.

JW: Welche Herausforderungen gehen Sie jetzt an?

Köster: Eine Aufgabe, der ich mich verstärkt zuwenden möchte, ist an der Schnittstelle von Industrie und Technologie tätig zu sein. Ein Ziel dabei könnte sein, Instrumente zu entwickeln, die die technische Substanz, die in Unternehmen steckt, erfassen.

Werdegang

Prof. Dr. Heiner Köster leitete zunächst den Fachbereich Elektrotechnik an der Vorgängerinstitution der Jade Hochschule und dann mit einer kurzen Unterbrechung den Fachbereich Ingenieurwissenschaften 17 Jahre lang. Für eine weitere Amtszeit stand er nicht zur Verfügung. Heiner Köster ist seit 1994 Professor an der Hochschule am Campus Wilhelmshaven und vertritt die Lehrgebiete Werkstoffe und Fertigungsverfahren der Elektrotechnik. Bevor er den Ruf an die Jade Hochschule annahm, war er im Flugzeugbau bei Airbus tätig. Heiner Köster studierte und promovierte am Institut für Halbleitertechnologie und Werkstoffe der Elektrotechnik an der Universität Hannover.

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Katrin Keller
Katrin Keller

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