500 Besucher_innen beim Hochwasserschutztag in der Wesermarsch

"Gefahrenbewusstsein der Bevölkerung muss gestärkt werden."

Forschung Wissenschaftskommunikation Fachtagung kooperativ

Wie verhält man sich im Katastrophenfall? Diese und weitere Fragen der Eigenvorsorge wurden vergangenen Samstag beim Hochwasserschutztag in der Wesermarsch auf dem Areal der Küstenschutzhalle in Augustgroden beantwortet. Rund 500 Besucher_innen der von der Jade Hochschule organisierten Veranstaltung informierten sich an den Ständen von Organisationen, Verbänden und Behörden zu den Themen Eigenvorsorge und Hochwasserschutz. Zudem wurden die zwei Schwerpunkte „Klimawandel“ und „Eigenvorsorge in der Landwirtschaft“ in Vorträgen und Podiumsdiskussionen thematisiert.

„Vor dem Hintergrund zunehmender Risiken wird die öffentliche Hand zukünftig nicht in der Lage sein, 100 prozentigen Schutz vor Hochwasser zu gewährleisten“, erklärt Projektleiter Dr. Helge Bormann von der Jade Hochschule den Hintergund der Veranstaltung. „Das Gefahrenbewusstsein und die Eigenvorsorge der Bevölkerung müssen gestärkt werden. Jede und jeder einzelne wird gefordert sein, ihren beziehungsweise seinen Anteil zur Anpassung und Vorsorge beizutragen.“

Grundlage einer guten Vorsorge sind altersgruppengerechte Informationen

In der Küstenschutzhalle nutzten die Besucher die Möglichkeit zur Diskussion mit den Expert_innen und Zeitzeugen der Sturmflut von 1962. Die Diskussion ergab, dass die Grundlage einer guten Vorsorge Informationen sind. „Aber nicht nur die Bereitstellung der Informationen, auch die altersgruppengerechte Aufbereitung der Themen wäre wichtig“, fasst Jenny Kebschull Mitorganisatorin der Veranstaltung und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Jade Hochschule zusammen. Im Rahmen der Podiumsdiskussion wurd angeregt mit diesem Thema beispielsweise in Form einer Projektwoche an Schulen in der Region zu gehen oder Kinder mit einer Ferienpassaktion dazu einzuladen, sich verschiedene relevante Organisationen oder Verbände anzuschauen.

Rallye: Sandsackweitwurf und im Sturm eine Trage den Deich hinauftragen

Eine Rallye leitete die Besucher_innen mit Fragen und Aufgaben von Stand zu Stand: Neben den Aufgaben, wie zum Beispiel im Sturm einer Windmaschine mit einer Trage den Deich hinauflaufen, Sandsäcke befüllen oder Sandsackweitwurf, bot die Rallye die Gelegenheit in tiefere Gespräche einzusteigen. Darüber hinaus konnten Kinder in Katastrophenschutzfahrzeugen mitfahren und das Deutsche Rote Kreuz zeigte, wie eine Tagesration Trinkwasser innerhalb kürzester Zeit aufbereitet werden kann. „Die teilnehmenden Organisationen begrüßen das Interesse und die gezielte Auseinandersetzung der Besucher mit dem Thema Eigenvorsorge sehr“, resümiert Kebschull. 

Forschungsprojekt FRAMES

Die Jade Hochschule hat den Hochwasserschutztag im Rahmen des von der EU geförderten Projekts FRAMES organisiert. An dem Stand der Hochschule konnten Kinder an einem Quiz zum Thema Stromausfall teilnehmen und die Besucher_innen erhielten einen Jutebeutel, der das Thema Hochwasser aufgriff und neben einer Checkliste für Notfallgepäck auch ein von Studierenden gestaltetes Kinderbuch zum Thema Sturmflut sowie weitere Informationsmaterialien enthielt.

Im Medienzentrum wurde eine Webseite zum Thema Sturmflut präsentiert. Die Materialien wurden von den Studierenden des Moduls Risiko- und Krisenkommunikation im Masterstudiengang Management Digitaler Medien (MDM) unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Klafft speziell für den Hochwasserschutztag konzipiert. Die Notwendigkeit zielgruppengenauer Materialien zur Sensibilisierung verschiedener Bevölkerungsgruppen war ein Ergebnis der Bevölkerungsbefragung des FRAMES-Projektes.

Impressionen vom Hochwasserschutztag