Wahl des Vertrauensrates

Jade Hochschule engagiert sich gegen sexualisierte Diskriminierung und Gewalt

Menschen Campus Gleichstellung zugewandt

Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt finden täglich statt –  die #MeToo Debatte hat sie einmal mehr in die Öffentlichkeit gebracht. Die Jade Hochschule geht entschieden gegen sexualisierte Diskriminierung und Gewalt vor und bietet Beratungsangebote an. Unter anderem finden Betroffene Hilfe bei dem Vertrauensrat. Der Rat wird im Oktober dieses Jahres neu gewählt - wer Interesse an einer Mitarbeit hat, kann sich an die Gleichstellungsstelle wenden. Die Redaktion der Jade Welt (JW) sprach mit Vertrauensrätin Bärbel Gerdes.

JW: Frau Gerdes, welche Aufgaben umfasst die Arbeit im Vertrauensrat?

Gerdes: Uns ist es wichtig, dass von sexualisierter Gewalt Betroffene – und die kann sehr wohl auch verbal sein – ein offenes Ohr und Unterstützung finden. Alle Gespräche und Kontaktaufnahmen sind selbstverständlich streng vertraulich. Wir informieren über Angebote wie zum Beispiel Beratungsstellen, Rechtsanwält_innen oder finanzielle Hilfen für eine rechtliche Beratung. Auf Wunsch begleiten wir die Menschen zu Gesprächen und Terminen. Wir werden jedoch nur aktiv, wenn die oder der Betroffene das ausdrücklich möchte. Manchmal geht es nur darum, aufmerksam zuzuhören, im Gespräch zu unterstützen und da zu sein. Die Betroffenen bestimmen, was getan oder nicht getan wird.
Darüber hinaus sind wir präventiv tätig: Ist die Beleuchtung in und außerhalb der Gebäude ausreichend? Gibt es Orte, die als unangenehm empfunden werden? Darauf machen wir dann aufmerksam und bitten um Abhilfe.

Der Vertrauensrat der Jade Hochschule besteht aus drei Mitgliedern von allen Studienorten und ist mehrheitlich mit Frauen besetzt. Die Mitglieder des Vertrauensrates sind ansprechbar für Betroffene und beraten bei Bedarf auch Vorgesetzte. Der Vertrauensrat wird auf Vorschlag der Kommission für Gleichstellung vom Senat für zwei Jahre gewählt. Er erarbeitet Vorschläge für die Prävention von sexualisierter Diskriminierung und Gewalt an der Jade Hochschule und berichtet dem Senat. Die jetzige Amtszeit der Mitglieder des Vertrauensrates endet am 22. Oktober 2020.

 

JW: Wie viel Zeit nimmt die Arbeit etwa in Anspruch?

Gerdes: Glücklicherweise sind die Zahlen derjenigen, die sich bei uns melden, nicht sehr hoch. Ich hoffe, das liegt daran, dass sie auch tatsächlich niedrig sind, und nicht daran, dass wir zu unbekannt sind oder die Menschen sich nicht zu uns trauen. Wir treffen uns ca. einmal pro Semester und teilen Aufgaben untereinander auf. Zudem haben wir einen sehr guten Kontakt und Austausch mit der Gleichstellungsstelle.

JW: Welche Fähigkeiten sollte man für die Arbeit mitbringen?

Gerdes: Ganz wichtig sind gutes Zuhören, Empathie und eine klare Parteilichkeit für die Betroffenen. Und natürlich ist ein gutes Informiertsein über sexualisierte Gewalt und ihre Auswirkungen wesentlich.

Richtlinie gegen sexualisierte Diskriminierung und Gewalt

Die Jade Hochschule hat eine Richtlinie gegen sexualisierte Diskriminierung und Gewalt erlassen, die auch eine Verfahrensregelung (Beschwerdewege und Konsequenzen für die Beschuldigten) enthält. Damit ist klar vereinbart, wie in Fällen sexualisierter Diskriminierung oder Gewalt vorgegangen werden kann.

Ansprechpartnerinnen sind neben dem Vertrauensrat die Zentrale Gleichstellungsbeauftragte, der Personalrat oder die Führungskräfte.

Ansprechpartnerin in der Redaktion

Katrin Keller
Katrin Keller

katrin.keller@jade-hs.de - 0441 7708-3121