Jade Hochschule erfolgreich beim Bund-Länder-Programm „FH-Personal“

Gewinnung von professoralem Nachwuchs vorantreiben

BU: Die Jade Hochschule konnte sich erfolgreich im Bund-Länder-Programm „FH-Personal“ behaupten. (Foto: Jade HS/Bonnie Bartusch)

Die Jade Hochschule konnte sich jetzt im Bund-Länder-Programm „FH-Personal“ mit ihrem Projekt „JadeProf“ erfolgreich behaupten. In den kommenden Jahren wird nun ein Konzept umgesetzt, welches das strategische Vorgehen bei der Gewinnung von professoralem Personal optimiert. „Mit der Förderung unseres Projektes ‚JadeProf‘ haben wir nun die Chance, die Jade Hochschule als Arbeitgeberin noch attraktiver zu machen“, freut sich Hochschulpräsident Prof. Dr. Manfred Weisensee.

Die Konzeptentwicklung wurde nach zehn Monaten am 31. Juli dieses Jahres abgeschlossen. Das eingereichte Konzept überzeugte die Förderer, sodass die Umsetzung von 2021 bis 2027 erfolgen kann. „Der Projektträger hat uns bereits signalisiert, dass wir nicht mit der vollen beantragten Summe zur Umsetzung des Projektes rechnen können. Wir sind aber sehr zuversichtlich, dass wir die im Konzept vorgeschlagenen Maßnahmen realisieren können“, erklärt Projektleiterin Dr. Kerstin Abel, die den Antrag in Abstimmung mit der Hochschulleitung ausgearbeitet hat.

Hintergrund des Programms ist, dass die Leistungsfähigkeit von Fachhochschulen maßgeblich von adäquat qualifiziertem und besonders motiviertem professoralem Personal abhängt. Berufungsverfahren sind oft langwierig und nicht immer erfolgreich, denn für Professuren werden Bewerber_innen mit wissenschaftlicher Befähigung, Praxiserfahrung und didaktischer Kompetenz gesucht. „Wir als Fachhochschulen verlangen von den Professorinnen und Professoren mehr als die Universitäten“, sagt Weisensee.

„Neben der wissenschaftlichen und didaktischen Qualifikation ist auch die berufliche Qualifikation für eine Berufung in eine Professur gefordert – und das macht die Suche doppelt schwer.“

Prof. Dr. Manfred Weisensee

Um dieses qualifizierte Personal zu finden, hat sich die Jade Hochschule nun zum Ziel gesetzt, die Zahl der Personen zu vergrößern, die für eine Berufung infrage kommen. Weiterhin soll die Erfolgswahrscheinlichkeit von Berufungsverfahren zur Besetzung von Professor_innen-Stellen erhöht werden. Diese beiden Teilziele sollen erreicht werden, indem diverse Maßnahmen miteinander kombiniert und in die bestehende Struktur der Hochschule eingebettet werden. Hauptansatzpunkte sind die verstärkte Sensibilisierung für Wissenschaft und Forschung in Gesellschaft und Hochschule, die Einführung innovativer Beschäftigungsmodelle sowie die Steigerung der Bekanntheit und Attraktivität der Hoch­schule als Arbeitgeberin für Professor_innen. Im Zusammenhang mit der Attraktivitätssteigerung wird die Unterstützung der Lehrenden substanziell und nachhaltig verbessert.

„An der Jade Hochschule liegt die Besonderheit darin, dass wir Professuren zu besetzen haben, die in ganz besonderen Fachgebieten liegen: Man kann beispielsweise Nautik nicht an einer Universität studieren und in der Regel nicht in diesem Fach promovieren. Und wir sind stark in der Akademisierung neuer Disziplinen – etwa der Hebammenwissenschaft – engagiert, wo es nur wenige qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber gibt und wo im ganzen Land aktuell zahlreiche Stellen ausgeschrieben sind. Daher müssen wir mit besonderen Aspekten punkten, wenn wir die Professuren besetzen wollen“, führt Weisensee weiter aus. Darüber hinaus sei es gerade in den naturwissenschaftlichen und ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen eine Herausforderung, gut ausgebildete Fachkräfte zu finden, weil insbesondere in diesen Disziplinen die Hochschulen auch mit den Arbeitgebern der freien Wirtschaft um diese Personen konkurrieren.

Insgesamt möchte die Jade Hochschule in diesem Projekt acht zusätzliche Mitarbeiter_innen-Stellen schaffen, um bereits bestehende Aktivitäten der Hochschule im Hinblick auf den Berufungserfolg zu ergänzen, auszubauen, besser zu vernetzen und dadurch Synergieeffekte zu nutzen.

„Wir sind überzeugt, dass auf diese Weise die Weichen gestellt werden, dass das Potential an Berufungsfähigkeiten vergrößert, die Attraktivität der Jade Hochschule als Arbeitgeberin für Professorinnen und Professoren dauerhaft erhöht und der Erfolg von Berufungsverfahren nachhaltig verbessert werden.“

 Prof. Dr. Manfred Weisensee

Hintergrund:

Vier niedersächsische Fachhochschulen haben sich erfolgreich um das Bund-Länder-Programm zur Förderung der Nachwuchsgewinnung im Bereich der Fachhochschulprofessorinnen und -professoren beworben. In der ersten Bewilligungsrunde werden damit voraussichtlich in den kommenden sechs Jahren bis zu 22,4 Millionen Euro aus diesem Programm nach Niedersachsen fließen. „Das ist ein großer Erfolg für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Niedersachsen“, so Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler. „Das Programm wird unsere Hochschulen dabei unterstützen, gezielt Nachwuchs für zu besetzende Professuren im Fachhochschulbereich zu qualifizieren oder zu gewinnen.“ Neben der Jade Hochschule konnten auch die Hochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen, die Hochschule Osnabrück sowie die Ostfalia mit ihren eingereichten Konzepten überzeugen.

Ansprechpartnerin in der Redaktion

Maike Arnold
Maike Arnold

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