Wie wir die Krise meistern: Veranstaltungsangebot virtuell und zunehmend in geschützter Präsenz

„Vieles geht per Videokonferenz - aber einige kreative Ideen kommen doch erst durch die gemeinsame Tasse Kaffee in der Pause zustande.“

Menschen Corona zugewandt

Durch die Corona-Krise mussten in den vergangenen Monaten zahlreiche Veranstaltungen an der Jade Hochschule abgesagt werden, darunter die Graduierungsfeiern. Auch konnte sich die Hochschule nicht wie geplant auf Messen und anderen externen Veranstaltungen präsentieren und das Sport- und Kulturprogramm musste im Sommersemester fast völlig ausgesetzt werden. Die Jade Welt (JW) fragt Claudia Baumgärtner, Leiterin des Zentralen Veranstaltungsmanagements (ZVM), wie das Team des ZVM mit den Veränderungen umgeht.

JW: Liebe Frau Baumgärtner, wie meistert das ZVM die durch die Corona-Krise aufgetretenen Herausforderungen?

Baumgärtner: Gemeinsam mit unseren Kollegen aus dem Bereich Arbeitssicherheit versuchen wir derzeit, das Veranstaltungsangebot langsam wieder zu vergrößern, ohne dass die Sicherheit darunter leidet. So werden nun für alle Veranstaltungen in und für die Hochschule Sicherheitskonzepte erarbeitet. Die Konzepte der Großveranstaltungen wie die Erstsemesterbegrüßung in der vergangenen Woche oder auch unser jährlicher Jade Karrieretag mussten völlig überarbeitet werden. Insbesondere der Jade Karrieretag mit seinen mehr als 1.000 Besucherinnen und Besuchern und der großen Firmenausstellung kann 2020 nicht in Präsenz durchgeführt werden. Daher haben wir uns für ein virtuelles Format entschieden, das derzeit gestaltet wird. Hierbei kommt uns zu Gute, dass wir an der Jade Hochschule bereits seit Jahren mit einem leistungsfähigen Karrieretool arbeiten, mit dem diese virtuelle Info- und Kontaktmesse umgesetzt wird. Mit diesem digitalen Angebot sprechen wir auch neue Unternehmen an, für die eine Teilnahme in Präsenz auf Grund der großen Entfernung zu aufwändig wären. Andererseits ist es uns wichtig, den Kontakt zu den langjährigen Partnern auch in Zeiten von Corona aufrecht zu halten und den Studierenden, für die sich die Arbeitsmarktsituation verändert hat, mit guten Kontakten in die Unternehmen zu versorgen. Das ist das erklärte Ziel des Jade Karrieretages 2020 - virtuell.

JW: Kürzlich fanden die „JOIN the campus“ Infotage statt? Was verbirgt sich dahinter und wie wurden die Veranstaltungen angenommen?

Baumgärtner: Auf Grund der Absage vieler Studieninformationsmessen ist es 2020 für Studieninteressierte ungemein schwieriger, sich über die Angebote der Hochschulen zu informieren. Viele Hochschulen haben sich daher auf digitale Formate verlegt. Die Reihe „JOIN the campus“ folgt ebenfalls dieser Idee. Allerdings war es uns wichtig, kein Einmal-Angebot zu schaffen, da gerade in den Sommermonaten und der damit verbundenen Ferienzeit viele unterwegs waren. Mit JOIN „Jade Online Info Nachmittage“ konnten wir an fünf Terminen die Fachbereiche und Studienmöglichkeiten der Jade Hochschule präsentieren. Es gab darüber hinaus Informationen des Studentenwerks z.B. bezüglich BaföG oder Wohnungssuche, das International Office zeigte Wege für Auslandsaufenthalte auf oder die Gründerbox hatte Tipps für den späteren Weg in die Selbstständigkeit. Das Programm war jeweils ein wenig anders gestaltet. Die Reihe lebte auch durch die Live-Chats mit Studierenden und Lehrenden, die Informationen aus sogenannter erster Hand geben konnten. Über den Instagram-Account der Hochschule gab es zum Abschluss noch Live-Einblicke in das studentische Leben an den Studienorten, die Arbeit des AStA und über das Angebot des Jade Sport- und Kulturwerks. Bei unserer Veranstaltungspremiere am 10. August hatten wir trotz 35 Grad und bestem Sommerwetter schon einige Teilnehmer_innen. Bis zum vorläufig letzten Termin am 7. September wurde der Zulauf immer besser, sicher auch geschuldet der Tatsache, dass mit Schulbeginn das Thema Studienwahl bei vielen wieder präsenter ist. 

JW: Welche Änderungen, die sich durch die Krise ergeben haben, werden Sie künftig beibehalten?

Baumgärtner: Die Veranstaltungsreihe JOIN gehört sicher zu den Neuerungen, die wir beibehalten werden. Das Format ist sehr lebendig und kann mit neuen Details und Informationen gut abgewandelt und ergänzt werden. Verstärkt wollen wir auch die Studienorte mit eigenen Campustagen präsentieren und das in beiden Varianten online und direkt vor Ort. Hierfür wurden bereits erste Ideen für Oldenburg entwickelt, die Detailplanung für 2021 beginnt nach dem Semesterstart. Und der Jade Karrieretag wird zukünftig sicher auch virtuelle Elemente beinhalten, die das Angebot abrunden. Die Möglichkeit, uns als Hochschule virtuell präsentieren zu können, wird sicher auch weiterhin genutzt. Wir können ohne langwierige An- und Abreiseaufwand die Zeit optimal für die Studienberatung und Informationen über unsere Studiengänge einsetzen.

Dies natürlich als sinnvolle Ergänzung zu den hoffentlich bald wieder möglichen Präsenzmesseterminen, denn eines ist während der Zeit auch deutlich geworden: ohne das persönliche Gespräch, den Kontakt zu Studierenden und den Kolleginnen und Kollegen geht es auch in Zukunft nicht. Viele kreative Ideen und Ansätze kommen doch durch die berühmte gemeinsame Tasse Kaffee/Tee in der Pause zustande und das geht via Videokonferenz doch eher schleppend. Andererseits hat sich gezeigt, dass mancher Termin und Austausch nicht mit viel Reiseaufwand verbunden sein muss. Die unterschiedlichen Tools für Videokonferenzen, die wir einsetzen können, machen das möglich.

Was mir persönlich tatsächlich noch aufgefallen ist in den letzten Monaten: die Kommunikation und die Zusammenarbeit über die drei Studienorte hinweg ist intensiver und noch besser geworden. Fast so, als ob die Krise und die damit verbundenen Einschränkungen alle zusammengeschweißt haben und die sonst üblichen Hürden plötzlich unwichtig erscheinen. Es gibt mehr das Miteinander und füreinander, man hilft sich wo immer möglich und die Unterstützung und Rücksichtnahme hat zugenommen. Das ist wirklich etwas, wovon ich hoffe, dass wir uns dies erhalten können.

Ansprechpartnerin in der Redaktion

Katrin Keller
Katrin Keller

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