Wie wir die Krise meistern: Das Team des Instituts für Online-Lehre

„Wir bleiben zu Hause, aber die Jade Hochschule bleibt zugewandt.“

Menschen Corona Interview zugewandt

Um den Hochschulbetrieb trotz der Corona-Krise aufrecht zu erhalten, hat die Jade Hochschule den Vorlesungs- und Lehrbetrieb auf digitale Lehre umgestellt. Die Redaktion der Jade Welt (JW) fragt Nina Paul und Prof. Dr.-Ing. Harald Lohner, Direktor des Instituts für Online-Lehre, wie sich die Arbeit des Instituts in den letzten Wochen verändert hat.

JW: Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf das Institut für Online-Lehre?

Lohner: Das Institut für Online-Lehre wurde als fachbereichsübergreifende Service-Einrichtung gegründet, um den Ausbau und die Weiterentwicklung der Online-Studienangebote zu fördern. Das betrifft in erster Linie unsere seit Jahren etablierten Online-Studiengänge. In Zukunft sehen wir unsere Aufgabe aber auch verstärkt darin, ganz konkret bei der Anreicherung der Präsenz-Lehre mit digitalen Lehr-Lern-Formen zu unterstützen.

In der aktuellen Situation sind alle Lehrenden mit zahlreichen technischen, rechtlichen und didaktischen Fragen konfrontiert: Wie kann ich meine für die Präsenz konzipierte Lehrveranstaltung in eine digitale Form transformieren, die meinen Ansprüchen an gute Lehre und wissenschaftliche Praxis gerecht wird? Was darf ich wie einstellen? Wie kann ich die Studierenden erreichen, sie motivieren und mit ihnen einen Diskurs führen? Insbesondere wenn diese Ausnahmesituation länger andauert, greifen das Hochladen einer Präsentation oder der Link auf ein Fachbuch zu kurz. Die Kollegen und Kolleginnen, die bereits in der Online-Lehre tätig sind, haben in der Regel kein Problem ihre Lehrveranstaltungen umzustellen und können von ihren bisherigen Erfahrungen aus der Online-Lehre profitieren.

Es geht um eine methodische und didaktisch sinnvolle Verknüpfung von digitalen Lehr-Lern-Elementen. Das kann eine Kombination aus Fachinhalten zum Selbststudium sein, die durch kurze (!) Videosequenzen der Lehrenden erläutert und vertieft werden, und die die Studierenden mit einem automatisierten Selbsttest überprüfen können. Synchrone (z.B. Chat), aber auch asynchrone Kommunikationstools (z.B. Foren) ermöglichen durchgehend den Austausch der Studierenden untereinander. Zum Abschluss der Lerneinheit moderiert der/die Lehrende eine Diskussion über die Lerninhalte im Rahmen einer Videokonferenz.
 

Wenn die klassische Vorlesungssituation im Hörsaal fehlt, bedarf es aktivierender Lehre, um die Studierenden abzuholen – und sie mitzunehmen.

Bei diesen Fragestellungen unterstützen wir vom Institut für Online-Lehre derzeit alle Interessierten aus allen Fachbereichen.

JW: Was hat sich seit Beginn der Krise für Sie verändert?

Paul: In erster Linie unser Arbeitsplatz! Die ersten Tage und Wochen waren für uns alle von Unsicherheit geprägt – Unsicherheit über das Ausmaß der Auswirkungen einer Hochschulschließung und der damit verbundenen Umstellung auf digitale Lehre und Services. Für uns vom Online-Team war die größte Herausforderung, vollständig aus dem Homeoffice zu arbeiten. Dabei können wir nahezu allen unseren Aufgaben auch von zu Hause aus nachkommen. Aber an der Hochschule sitzen wir alle in einem Büro und profitieren von regem Austausch und dem damit verbundenen großen „Allgemeinwissen“ aller. Diesen notwendigen Austausch führen wir jetzt in regelmäßigen Videokonferenzen. Wir haben den Vorteil, über eigene Adobe Connect-Lizenzen zu verfügen, so dass wir uns untereinander, aber auch mit Studierenden, Lehrenden und Studieninteressierten jederzeit in geschützten Räumen austauschen können. Dabei kommen Videokonferenzen realen Gesprächen schon sehr nah. Wir nutzen diese schon seit Jahren, um uns auch mit Partner-Hochschulen aus dem Verbund Virtueller Fachhochschulen auszutauschen.

Auch unsere Arbeitszeiten haben sich verändert. Da einige von uns jetzt zu Hause ihre Schulkinder unterrichten oder Kleinkinder beschäftigen müssen und sich andere den Heimarbeitsplatz mit Partner oder Partnerin teilen müssen, arbeiten wir zeitlich verteilter. Das ist für unsere Studierenden und Kolleg_innen aber auch ein großer Vorteil: durch unsere gemeinsame Rufnummer und eine Sammel-E-Mail-Adresse (onlinestudium@jade-hs.de) können wir aktuell ein noch größeres Zeitfenster an Erreichbarkeit gewährleisten.

JW: Was nehmen Sie mit für die Zukunft?

Paul: Wir denken und arbeiten jetzt noch flexibler. Wir vom Online-Team haben schon immer mit digitalen Tools und Kommunikationsmitteln gearbeitet und sehen jetzt, welche alternativen Nutzungsmöglichkeiten diese noch bieten. So können wir bei Anfragen von Lehrenden oder Studierenden kurzfristig Impulse geben, wie sich Probleme, die durch die Corona-Krise aufgetaucht sind, lösen lassen.

Durch die Notwendigkeit, die Lehre jetzt kurzfristig digital anzubieten, erhoffen wir uns zudem einen großen Schritt auf dem Weg zur Digitalisierung der Lehre an der Jade Hochschule.

Wir brauchen mehr digitale Elemente auch in der Präsenz-Lehre.

Es ist keine Frage des Ersatzes von Präsenzlehre durch digitale Lehre, sondern eine Frage der Verbesserung der Lehre durch die Möglichkeiten der Digitalisierung. Es geht darum, wie digitale Elemente das Lehren und auch das Lernen nachhaltig unterstützen können. Denn digitale Lehre erhöht nicht automatisch den Lernerfolg. Vielmehr ist die Frage nach Lernerfolg immer eine Frage der gewählten didaktischen Methode und damit unabhängig von Form und Grad der Digitalisierung. So ist nicht jedes Studienmodul gleich zu digitalisieren, sondern bedarf jeweils einer individuellen Lösung. Das Institut für Online-Lehre möchte hier ansetzen und bei der Digitalisierung der Lehre unterstützen.

Die letzten Wochen haben gezeigt, dass Fachbereiche und zentrale Einheiten auch auf digitalen Dienstwegen gut zusammenarbeiten. So konnten wir sehr kurzfristig eine gemeinsame Online-Sprechstunde für alle Studierenden anbieten, in der wir zusammen mit der ZSB und dem I&P-Amt über den aktuellen Status informieren und für Fragen zur Verfügung stehen. Wir möchten damit ein Zeichen setzen - wir bleiben zu Hause, aber die Jade Hochschule bleibt zugewandt.

JW: Vielen Dank und bleiben Sie gesund!

In unserer Serie „Wie wir die Krise meistern“ stellen wir in den nächsten Wochen beispielhaft Kolleginnen und Kollegen vor, die die Jade Hochschule trotz der Corona-Krise am Laufen halten. Bei Interesse wenden Sie sich gerne an Katrin Keller.

„Mein Dank gilt allen Professorinnen und Professoren, allen Bediensteten und allen Lehrbeauftragten der Hochschule, die die Umstellung auf digitales Arbeiten in Studium und Lehre, in der Verwaltung und im Service so engagiert und erfolgreich betreiben.“

Hochschulpräsident Prof. Dr. Manfred Weisensee

Ansprechpartnerin in der Redaktion

Katrin Keller
Katrin Keller

katrin.keller@jade-hs.de - 0441 7708-3121