Verschmutzungen durch Öl aus sicherer Ferne erkennen

Wenn Betriebsstoffe austreten, sind Umweltverschmutzungen oder gar gefährliche Situationen für Menschen die Folge. Um im Schadensfall reagieren und Verschmutzungen, wie bei einem Ölaustritt, rasch eindämmen zu können, ist es notwendig zu erfahren, wo und welche Stoffe konkret ausgetreten sind. In diesem Fall ermöglicht ein mobiles, sogenanntes „Fluoreszenzspektrometer“ erste Erkenntnisse durch eine Vor-Ort Erkundung.

Studium zugewandt besser studieren

Ein Team aus vier Studierenden des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften hat sich der Entwicklung eines solchen mobilen Spektrometers angenommen. Betreut wurden sie dabei von Prof. Dr. Nick Rüssmeier und Jan Dierks.

Wenn Licht auf Öl trifft

Zur Bestimmung von Ölen werden Proben mit ultraviolettem Licht angeregt und anschließend wird die Ausbreitung der Fluoreszenz aufgezeichnet und ausgewertet. So lässt sich bestimmen, ob Verunreinigungen auf einer festen Oberfläche oder auf dem Wasser vorliegen. Für diesen Messvorgang hat das Projektteam eine eigene Software-Oberfläche zur Datenverarbeitung und Auswertung geschaffen.

Baukasten für mobile Sensorsysteme

Durch den Einsatz einer zuvor entwickelten Roboterträgerplattform können Messungen aus sicherer Ferne auch in schwer zugänglichen oder für den Menschen gefährlichen Bereichen vorgenommen werden. Die Messdaten werden dabei mittels Funkübertragung an eine externe Bedienzentrale in nahezu Echtzeit dargestellt. Das entwickelte System wurde aber nicht nur für die fahrbare Roboterplattform konzipiert. Es lässt sich dank verschiedener Systemschnittstellen im Feldeinsatz an PKW, Forschungsflugzeug oder auf Schiffen auf hoher See betreiben. Dieser modulare „Gedanke“ war dem Entwicklungsteam besonders wichtig und ermöglicht ein breites Anwendungsspektrum dieses optischen Messsystems.

„Das Projektergebnis ist ein Grundstein, der es ermöglicht, den aktuellen Stand der Technik portabler optischer Sensorsysteme in die Lehre und Forschung der Jade Hochschule zu integrieren und weitere aufzubauen“,

sagt Prof. Dr. Nick Rüssmeier.

Offenheit für neue Anwendungen

Der Modulgedanke wird dadurch bei der Entwicklung künftiger Erweiterungen und Anwendungen weiter gestärkt. Das neue System steht auch für Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit interessierten Industriepartnern sowie Studierenden zur Verfügung.

Gemeinsam zur Applikation

„Die Studierenden konnten das Projekt trotz der Herausforderungen durch die Kontaktbeschränkungen an der Hochschule erfolgreich abschließen und organisierten sich über virtuelle Projektbesprechungen“, freut sich Rüssmeier. Durch die Teilnahme konnten sie erste praktische Erfahrung für ihre künftige berufliche Laufbahn sammeln und eigenverantwortlich den Verlauf des Projektes mitgestalten.

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Anke Westwood
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