Studierende vermessen Zuleitersystem des Großen Meers

Messübung trotz Corona-Einschränkungen erfolgreich durchgeführt

Bei ihrer Messübung erlernten die Studierenden auch den Umgang mit besonderen Bedingungen, wie dem Messen in Schlick und Schlamm. (Foto: Jade HS/Tobias Berndt)

29 Studierende der Abteilung Geoinformation der Jade Hochschule nahmen in der vergangenen Woche an einer praktischen Messübung am Großen Meer teil. In Gruppen maßen sie insgesamt 81 Höhenprofile der Zu- und Abläufe des Gewässers. Auf Booten und in Wathosen, mit Tachymetern und Satellitenpositionierungssystemen ausgestattet, ging es auf und in die anliegenden Bereiche des Großen Meers, um die Höhendaten des Grundes zu erfassen.

Bereits 2018 waren Geodäsie-Studierende der Jade Hochschule für die Erhebung von Messdaten am Großen Meer gewesen. „Mit unseren Ergebnissen in Form von 3D-Punkten und Höhendaten der Querprofile fließt der aktuelle Ist-Zustand des Gewässersystems in ein Langzeitprojekt ein“, erläutert Tobias Berndt, betreuender Dozent der Abteilung Geoinformation. Sie werden mit weiteren aktuellen Datensätzen zu einem Gewässergutachten zusammengefasst, welches die Grundlage eines Sanierungskonzepts zur Stärkung der Selbstreinigungseigenschaften des Flachwassersees bildet.

Selbstständiges Arbeiten im Fokus

Als gute Vorbereitung für das Berufsleben sehen die Studierenden die Tage in der heißen Sonne Ostfrieslands. Von der Aufteilung der Instrumente über die Planung der Einsatzorte der Boote bis zur Abstimmung zwischen den acht Messgruppen: bei der fünftägigen Übung konnten sie bei ihrer ersten Gewässeraufnahme wichtige Praxiserfahrung sammeln. „Mir gefällt, dass wir die Vermessung in großen Zügen selbstständig planen und durchführen. Dabei haben uns der Landkreis Aurich und unsere Dozenten unterstützt“, erzählt Geoinformatikstudent Manuel Niemeyer.

Aufwändige Vorbereitungen

Um die jährlich an wechselnden Orten stattfindende Übung durchzuführen, mussten in diesem Jahr einige Herausforderungen bewältigt werden. Es galt alle Abläufe an die Corona-Beschränkungen anzupassen, um die Hygiene- und Abstandsvorschriften einzuhalten. Um die weit auseinanderliegenden Messstellen zu erreichen – das zwischen Emden und Aurich gelegene Messgebiet erstreckte sich über insgesamt 400 Quadratkilometer – waren mehrere, teils motorisierte Schlauchboote nötig. Berndt zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis. „Wir haben mehr Messaufgaben erfüllt, als ich angesichts des großen Gebiets und der gegebenen Umstände erwartet hätte.“

Hintergrund

Das Modul „Hauptvermessungsübung“ ist eine Lehrveranstaltung des Studiengangs „Angewandte Geodäsie“. Kooperations- und Projektpartner der Messübung: Gemeinde Südbrookmerland, Landkreis Aurich, NLWKN, Meerwart Großes Meer, ARSU GmbH, Amt für reg. Landesentwicklung, Entwässerungsverband Emden, Leica Geosystem GmbH

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