Studentischer Ideenwettbewerb und Wirtschaftlichkeitsanalyse unter (fast) realen Bedingungen

Projektentwicklung in Oldenburg

(Foto: Pexels)

Ein Eigentümer eines unbebauten Grundstücks in Oldenburg staunte nicht schlecht, als er die Ergebnisse eines studentischen Wettbewerbs sah: Im Kurs Projektentwicklung im Studiengang Bauingenieurwesen hatten Studierende neben einem neuen Bürokomplex auch Darstellungen einer Paintballhalle, einer Fitness Box, einer Kinderspielhalle, eines Gesundheitszentrums, eines Co-Working Gebäudes, einer Kindertagesstätte, eines Hotels und einer Selfstorage-Halle präsentiert.

Neben einer Büronutzung sollten sich die Studierenden auch weitere Nutzungen überlegen und deren Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit prüfen“, sagt die Dozentin Prof. Dr.-Ing. Anja Henrike Kleinke vom Fachbereich Bauwesen Geoinformation Gesundheitstechnologie. Außerdem mussten die Aspekte Nachhaltigkeit und Digitalisierung beachtet werden. Kleinke hatte das leere Grundstück in Oldenburg Wechloy im vergangenen Jahr gesehen und den Eigentümer gefragt, ob ihre Studierenden dieses als Grundlage für einen Entwurf verwenden durften.

„Die Studierenden haben ein gutes Gespür für Trends und neue Nutzungskonzepte. Dieses Gespür möchte ich fördern und den Weg der Studierenden zu einer professionellen Ausarbeitung unterstützen.“

Prof. Dr.-Ing. Anja Henrike Kleinke

Obwohl die Aufgabenstellung rein fiktiv war, war es möglich, am realitätsnahen Beispiel gemeinsam zu lernen. In Gruppen haben die Studierenden jeweils eine Machbarkeitsanalyse zu dem anspruchsvollen Grundstück entwickelt, in der von der Standort- und Marktanalyse, der Analyse des Nutzungskonzepts, der Wettbewerbsanalyse, der Risikoanalyse bis zur Rentabilitätsanalyse alles durchdacht werden musste.

Eine der baurechtlichen Herausforderungen bestand darin, die jeweiligen Konzepte auf Basis des Flächennutzungsplanes herzuleiten, da hier kein Bebauungsplan besteht. Weitere Fragen waren: Wo findet man geeignete Marktinformationen? Ab wann wird ein Immobilienprojekt wirtschaftlich oder unwirtschaftlich? Ist das Grundstück für die geplante Nutzung geeignet und welche Projektrisiken bestehen hier?

„Obwohl in diesem Semester alles online lief, hat das dem Praxisbezug keinen Abbruch getan“, ergänzt Kleinke. Auch der Grundstückeigentümer besuchte den Kurs online und war beim gemeinsamen Ergebniskolloquium mit Diskussion dabei.

In den kommenden Semestern ist dieses Format auch einmal als kooperatives Projekt mit dem Fachbereich Architektur geplant - wieder anhand eines konkreten Beispiels.

Ansprechpartnerin in der Redaktion

Anke Westwood
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