Städte besser für Hochwasser und Sturzfluten rüsten

Kick-off-Treffen für länderübergreifendes Forschungsvorhaben an der Jade Hochschule

Forschung innovativ kooperativ

Wie sich städtische Gebiete besser auf die Auswirkungen des Klimawandels, insbesondere auf wasserbezogene Risiken wie Hochwasser und Sturzfluten, vorbereiten können, ist Thema eines aktuellen Forschungsvorhabens der Jade Hochschule. Die Hochschule kooperiert dabei mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der codematix GmbH, der polnischen Nikolaus Copernicus Universität Torun, der Polnischen Akademie der Wissenschaften und der Windesheim Hochschule. „Alle Institutionen werden von der im Partnerland vorhandenen Forschungskompetenz und durch den Wissenstransfer profitieren“, sagt Dr. Helge Bormann, der das Projekt von Seiten der Jade Hochschule leitet. Ein erstes Projekttreffen fand vergangene Woche am Campus Oldenburg der Jade Hochschule statt.

Projektziele

Konkretes Projektziel ist es, Methoden für die Bewertung der Auswirkungen von klimatischen und gesellschaftlichen Veränderungen auf die Wasserressourcen zu entwickeln. Zudem soll untersucht werden, mit welcher Wahrscheinlichkeit Gefährdungen auftreten. Anschließend soll eine Strategie für den konkreten Einsatz von übertragbaren technischen und sozialen Werkzeugen entwickelt werden.
Als Testgebiete für die gemeinsamen Forschungsaktivitäten kämen die beiden Küstenregionen Wesermarsch in Deutschland und Mastenbroekerpolder in den Niederlanden sowie die küstennahe Tieflandregion Kujawsko-Pomorskie in Polen in Frage.

Das Forschungsvorhaben „Steigerung der Anpassungsfähigkeit städtischer Gebiete an Auswirkungen des Klimawandels durch integratives Management von Wasserressourcen und wasserbezogenen Risiken (IRUCOW)“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und von der Friedrich-Schiller-Universität Jena geleitet.

Vorgehen

Bei dem Kick-off-Treffen in Oldenburg tauschten sich die Kooperationspartner über ihre Forschungsaktivitäten aus, stimmten die Aufgabenteilung ab und besichtigten die Pilotregion Wesermarsch. Weitere Workshops in den Partnerinstitutionen sind geplant.  „Wir stehen mit unserem Forschungsvorhaben jedoch noch ganz am Anfang“, erklärt Bormann. Bisher bewilligt und finanziert wird eine erste Förderphase, in der das Projektkonsortium aufgebaut und eine geeignete Ausschreibung für den Forschungsschwerpunkt im Rahmen eines EU-Förderprogrammes gesucht wird. Diese Phase dauert etwa ein Jahr. Weitere sechs Monate sind dafür eingeplant einen entsprechenden Projektantrag zu verfassen und einzureichen.  

„Die Bewältigung von Klimafolgen ist eine der größten Herausforderungen der modernen Gesellschaft. Die Bundesregierung hat darauf mit der Verabschiedung der Deutschen Klimaanpassungsstrategie reagiert“, sagt Bormann. „Das Thema hat demnach nicht nur in unseren Augen eine Dringlichkeit und hohe politische Relevanz. Wir sind daher guter Hoffnung eine geeignete Förderung für unser Forschungsvorhaben zu finden.“ In bereits abgeschlossenen Studien konnte der Wissenschaftler nachweisen, dass Klimafolgen regional abgeschätzt und die Klimaziele kollektiv definiert werden müssen, um mit den Folgen des Klimawandels erfolgreich umzugehen. Küstenregionen stünden dabei vor besonderen Herausforderungen.