Prof. Dipl.-Ing. Harry Wirth neuer geschäftsführender Direktor des Instituts für Mess-und Auswertetechnik (IMA)

Er tritt damit die Nachfolge von Prof. Dr.-Ing. Heinz Wübbelmann an, der das Amt zehn Jahre innehatte. Die Jade Welt fragt nach…

JW: Mit welcher Motivation treten Sie Ihre neue Position an?

Wirth: Mich reizt der Prozess der zukunftsorientierten Weiterentwicklung des Instituts, gemeinsam mit den Mitarbeitenden. Ich habe hier ein motiviertes Team getroffen. Ich schätze die Zusammenarbeit im Team sehr. Gemeinsam können wir neue Themen aufgreifen und durch eine stärkere Vernetzung weiterentwickeln. Wichtig sind mir eine teamorientierte Führung und eine verbindliche Kommunikation.

JW: Mit welchen Erwartungen und Vorstellungen treten Sie die Stelle an?

Das IMA ist eine feste Größe an der Hochschule und in der Abteilung Geoinformation verankert. Die hohe Qualität unserer Ausbildung wäre ohne betreuungsintensive Übungen wie zum Beispiel im Studiengang Angewandte Geodäsie ohne das IMA nicht erreichbar. Wir schreiben Anwendungsorientierung groß und haben die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes im Blick. Durch den intensiven Kontakt mit Ingenieurbüros und Verwaltung in den Praxisphasen des Studiums und das damit verbundene, direkte Feedback wollen wir diese Stärken weiter ausbauen.

Stetige Neugier ist die Grundbedingung, um Innovationskraft zu wecken.

Prof. Harry Wirth

JW: Welche Schwerpunkte werden Sie als neuer Institutsdirektor setzen?

Wirth: Ich möchte das IMA im Bereich der maritimen Forschung weiter etablieren und außerdem möchte ich die Basis für die zukünftige Forschung und Entwicklung im Bereich der Digitalisierung, insbesondere der Autonomie von Messplattformen, legen. Die Ingenieurnavigation bietet zahlreiche Berührungspunkte zum Thema Multisensorsysteme und zur autonomen Steuerung. Einen weiteren Schwerpunkt sehe ich darin, die Geräte- und Softwareausstattung auf dem neuesten Stand der Wissenschaft und Forschung zu halten.

Bei dem interdisziplinären Fachgebiet Building Information Modeling (BIM) sehe ich Synergien, die zukünftig durch eine Bündelung der Kompetenzen im geodätischen Bereich erzielt werden können. Das Bauaufmaß ist eine geodätische Kernkompetenz beim Bauen im Bestand. Sie ergänzt hervorragend die BIM-Expertise, die bereits im Bauwesen an der Jade Hochschule vorhanden ist. Derzeit wird mit der Abteilung Bauwesen eine gemeinsame Lehrveranstaltung zum Thema BIM geplant. Ich sehe hier auch Forschungsbedarf, speziell in der teilautomatisierten Ableitung von bauteilorientierten Geometrien aus Punktwolken. Hier können Geodät_innen wertvolle Beiträge leisten.

JW: Was planen Sie konkret?

Wirth: In naher Zukunft steht die Beschaffung zweier unbemannter Multisensormesssysteme an. Zum einen wird es eine fernsteuerbare, schwimmende Messplattform (Unmanned Surface Vehicle, USV) für den Einsatz im flachen Wasser geben. Sie stellt eine ideale Ergänzung zum für tieferes Wasser und offene See erforderlichen Messschiff dar. Außerdem werden wir gemeinsam mit dem IAPG eine Flugdrohne (UAV) anschaffen und betreiben.

JW: Bevor Sie an die Jade Hochschule gekommen sind, waren Sie als Sachgebiets- und Arbeitsgruppenleiter in einer Bundesanstalt tätig. In wie weit können Sie diese Erfahrung in die Leitung des Instituts einbringen?

Wirth: Zu meinen Aufgaben gehörte es, vorhandene Verfahren zu analysieren, die Bedürfnisse und Anforderungen der Kunden zu verstehen, und mit der Kenntnis des Stands der Forschung innovative Ideen und Lösungsansätze zu entwickeln. Veränderungsprozesse lassen sich leichter gestalten, wenn man Vorteile sichtbar macht und immer eine Win-Win-Situation angestrebt.

JW: Welche Herausforderungen sehen Sie?

Wirth: Mir liegt die zukunftsfähige Weiterentwicklung des IMA sehr am Herzen. Diese sehe ich vor dem Hintergrund der Verknappung von Ressourcen als Herausforderung. Aber ich bin positiv gestimmt, diese Aufgabe bewältigen zu können.

JW: Wir wünschen Ihnen viel Erfolg in der neuen Position!

Werdegang

Prof. Harry Wirth absolvierte sein Studium der Geodäsie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Anschließend absolvierte er ein Referendariat und war danach als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Bundesanstalt für Gewässerkunde tätig, später als Sachbereichsleiter und Ansprechpartner für Gewässervermessung. Prof. Harry Wirth ist seit 2015 Professor für Ingenieurvermessung und Industrielle Messtechnik in der Abteilung Geoinformation (Fachbereich Bauwesen Geoinformation Gesundheitstechnologie) am Campus Oldenburg.