Prof. Carola Becker in den Ruhestand verabschiedet

Projektorientiertes Lernen als guter Weg, einen breiten Bildungsanspruch mit Leben zu füllen

Menschen kompetent

Carola Becker, Professorin am Fachbereich Bauwesen Geoinformation Gesundheitstechnologie am Studienort Oldenburg der Jade Hochschule, wurde jetzt in den Ruhestand verabschiedet. Ihre wissenschaftlichen Schwerpunkte lagen in den Arbeits- und Forschungsgebieten Umweltplanung, Umweltmonitoring und Umweltgeschichte. Prof. Carola Becker führte von 2011 bis 2013 ein Projekt durch zum Thema: Begeisterung für die Vielfalt der Natur: der Beitrag ehrenamtlicher Sammler zum Aufbau des Naturalienbestandes im Landesmuseum Natur und Mensch.

„Prof. Carola Becker hat das Fachgebiet Umweltplanung in der Jade Hochschule mit großem Engagement und ebenso großem Erfolg vertreten. Besonders hervorzuheben sind ihre Aktivitäten zur Erforschung und Würdigung des Ehrenamts im regionalen Naturschutz”, sagt Hochschulpräsident Prof. Dr. Manfred Weisensee. Die Jade Hochschule wird Beckers Aktivitäten in diesem Bereich auch weiterhin unterstützen.

Prof. Carola Becker im Jade Welt (JW)-Interview:


JW: Frau Becker, was war Ihr persönliches Highlight an der Jade Hochschule?

Becker: Ein einziges Highlight gibt es nicht. Besonders viel Freude haben mir die zahlreichen praxisbezogenen Projekte bereitet, die ich für die Studierenden aus drei Studiengängen jedes Jahr anbieten konnte. Sowohl inhaltlich als auch didaktisch halte ich projektorientiertes Lernen für einen der besten Wege, einen breiten Bildungsanspruch mit Leben zu füllen. Interdisziplinäre Arbeitsmethoden sind gerade für die vielschichtigen raum- und umweltbezogenen Transformationsprozesse unerlässlich. Projekte bieten den jungen Menschen einen einzigartigen Kreativraum. Nur so können die Absolventen die dringend notwendigen Impulse für Innovationen in die Berufswelt tragen. In Projekten lässt sich gut über den Tellerrand einer eingeschliffenen Praxis schauen.

JW: Was gefällt Ihnen besonders gut an der Jade Hochschule?

Becker: Als Fachhochschule steht die Jade Hochschule nach wie vor für eine enge Verknüpfung von Theorie und Praxis mit regionalem Schwerpunkt. Im Zentrum steht die Lehre in überschaubaren Gruppen, was ich immer für sehr förderlich gehalten habe. Die Strukturen einer Fachhochschule bieten gute Ansatzpunkte, eine zunehmend zu beobachtende Bildungsproblematik anzupacken. Die breit gefächerten Studiengänge halte ich für einen großen Vorteil, der noch viel stärker ausgeschöpft werden kann. Außerdem prädestiniert die geografische Lage der Jade Hochschule für europäische Kontexte, die in der Lehre intensiviert werden sollten. Die räumliche Nähe zur Universität bietet weitere Potentiale.

JW: Was planen Sie/wünschen Sie sich für die Zukunft?

Becker: Für die Hochschule wünsche ich mir einen Ausbau von Interdisziplinarität und Europabezügen. Das geht nur auf Basis eines gelebten Respekts vor anderen Fachdisziplinen. Für mich persönlich hoffe ich darauf, weiterführen zu können, was ich mit Unterstützung der Jade Hochschule aufbauen durfte. Dazu gehört das „Netzwerk Naturschutzgeschichte Oldenburger Land“, das in Kooperation mit dem Landesmuseum Natur und Mensch sowie der Oldenburgischen Landschaft eine Zukunft haben wird. Einige umwelt- und planungsgeschichtliche Themen möchte ich noch bearbeiten und dazu publizieren. Und privat möchte erleben und genießen, wofür ich mich mein gesamtes Berufsleben lang aktiv eingesetzt habe: Naturlandschaften insbesondere in den vielen Nationalparken Europas.