Personalrat im Gespräch: Silvia Alberts und Bernd Eickmann

„Der öffentliche Dienst sollte sich öffnen und jedem und jeder eine Chance geben.“

Menschen Personalrat zugewandt

Im März wurde der Personalrat der Jade Hochschule neu gewählt. Die Redaktion der Jade Welt (JW) stellt in den kommenden Wochen die Personalratsmitglieder vor. Heute: Silvia Alberts und Bernd Eickmann.

JW: Liebe Frau Alberts, Sie arbeiten seit 2011 im Dezernat Finanzen und Controlling der Jade Hochschule. In welchem Bereich waren Sie vorher tätig?

Alberts: Vor meiner Zeit an der Jade Hochschule war ich 20 Jahre in der freien Wirtschaft tätig. Leider wurde die familiengeführte Firma mit ca. 300 Mitarbeitern an eine große Unternehmensgruppe veräußert, die ihren Firmensitz in NRW hat. Dorthin wollte ich aber nicht versetzt werden, da ich stark mit Friesland, Küste und dem Leben hier verwurzelt bin.
In meiner alten Firma war ich direkt meinen beiden Chefs unterstellt. Ich war für alles zuständig, Einkauf, Buchhaltung und Controlling, Personalplanung und -gespräche sowie für die Ausbildung junger Menschen. Nach einem akademischen Abschluss fragte keiner, es ging um die Verbundenheit mit der Firma, um den Willen und um die erbrachte Leistung. Zeugnisse interessierten meine Chefs nur am Rande.

JW: Wie haben Sie den Wechsel an die Jade Hochschule erlebt?

Alberts: Bei meinem Vorstellungsgespräch fiel ein Wort, das ich bis dahin nicht kannte: Entschleunigung! Als ich meine Beschäftigung in der JHS aufnahm, bekam ich einen Kulturschock. Es gab tatsächlich nur diese eine Tätigkeit für mich. Aber ich wollte mich wieder mehr einsetzen, lenken, selber Entscheidungen treffen. 

JW: Was haben Sie verändert?

Alberts: Im Jahre 2016 beschloss ich, mich nach etwas Neuem umzuschauen. Und dann ging es auch schon los mit den Ankündigungen für die anstehende Personalratswahl. So bin ich dort hineingekommen. Durch den Eintritt in dieses Gremium war es mir möglich, die Hochschule viel besser kennenzulernen, auch mal hinter die Kulissen zu schauen.

Ich lernte Campus-übergreifend Kolleginnen und Kollegen kennen, nahm Weiterqualifizierungen wahr und übernahm immer mehr Verantwortung. Während dieser ganzen positiven Entwicklung stand das Gremium und meine Vorgesetzte immer fest hinter mir, wofür ich sehr dankbar bin. Nun leite ich die Abteilung Beschaffung und Vergabe, was mich sehr stolz macht. 

JW: Welches Thema möchten Sie als Personalrätin voranbringen?

Alberts: Mich beschäftigt es sehr, dass es Menschen aus der freien Wirtschaft kaum bis gar nicht möglich ist, zu den gleichen finanziellen Bedingungen in die Hochschule einzusteigen. Da stehen Bewerberinnen und Bewerber mit fantastischen Lebensläufen, mit ganz viel Fachwissen und Erfahrung, diese werden aber nicht mal zum Vorstellungsgespräch zugelassen, weil eine Ausbildung im öffentlichen Dienst, ein Verwaltungslehrgang oder ein abgeschlossenes Hochschulstudium fehlt. Es heißt, jedem Menschen ist ein Zutritt in den öffentlichen Dienst möglich zu machen. Aber Papier ist geduldig, die Realität sieht anders aus. Ich würde mich darüber freuen, wenn diese alten Krusten aufgerissen werden und sich der öffentliche Dienst dahingehend öffnet und wirklich jedem eine Chance gibt, hier seinen Weg zu gehen.

JW: Lieber Herr Eickmann, Sie arbeiten seit fünf Jahren am Campus Elsfleth der Jade Hochschule – als einziger Vertreter im Personalrat. Welche Themen werden von den Kolleg_innen aus Elsfleth an Sie herangetragen?

Eickmann: Am Campus Elsfleth gibt es wenig Probleme, aber es gibt schon mal Fragen zum Beispiel wegen der Änderung eines Arbeitsvertrages. So ist es sinnvoll ein „Ohr“ des Personalrates auch an unserem Studienort zu haben - dann ist der Weg kurz, falls es dann doch mal Dinge gibt, die angesprochen werden müssen.

JW: Wie ist es dazu gekommen, dass Sie sich im Personalrat engagieren?

Eickmann: Vor fünf Jahren hat mich mein Kollege Klaus Damm dafür geworben. Erst war ich Ersatzmitglied, aber durch das kurzfristige Ausscheiden eines Kollegen schnell Vollmitglied. Auch vorher habe ich in meiner beruflichen Laufbahn im Personalrat mitgearbeitet. Ich finde es wichtig, das eigene Mitspracherecht wahrzunehmen und mitzuhelfen Probleme zu lösen.

JW: Wie stellen Sie sich die Jade Hochschule in zehn Jahren vor?

Eickmann: Ich hoffe sehr, dass sich die Hochschule weiterentwickelt wie bisher und dass Projekte wie zum Beispiel die „Innovative Hochschule“ kräftige Früchte tragen. Den Elsflether_innen wünsche ich weiterhin so ein gutes Händchen mit ihren Ideen zu Neuem und vor allem, dass der Bereich Nautik, der mich ein Leben lang mehr oder weniger begleitet hat, bestehen bleibt. Ich persönlich bin in zehn Jahren schon lange in Rente.

 

Ansprechpartnerin in der Redaktion

Katrin Keller
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