Innovationen in der Lehre

Vorstellung des Jahresgutachtens 2020/21 des Sachverständigenrates

Die Corona-Krise bietet Zeit und Anlass für Innovationen in der Lehre. Am gestrigen Donnerstag konnte die Jade Hochschule daher zeigen, dass auch eine dezentrale Vermittlung von Inhalten in hybrider Form in Echtzeit funktioniert. Lukas Nöh, Referent für öffentliche Finanzen beim Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, präsentierte auf Einladung von Prof. Dr. Bernhard Köster das Jahresgutachten „Corona-Krise gemeinsam bewältigen, Resilienz und Wachstum stärken“.

Um die Kontakte möglichst gering zu halten, schaltete sich Nöh per WebEx von Wiesbaden in den Hörsaal. Einige Studierende konnten – mit den Abstandsregeln konform – im Hörsaal den Ausführungen folgen, während andere Studierende und Interessierte sich online zuschalteten. Insgesamt ergab sich damit ein Auditorium von rund 50 Personen.

Inhaltlich passt dies zu den Ausführungen von Lukas Nöh, der insbesondere darauf einging, dass sich der aktuelle zweite Lockdown laut Prognose des Sachverständigenrates nicht so stark auf die Gesamtwirtschaft auswirken wird, da weite Teile der Produktion im Gegensatz zum Frühjahr diesmal nicht so stark betroffen sein werden – nicht zuletzt aufgrund der Möglichkeit der Dezentralisierung von Abläufen. Zudem war spannend zu erfahren, wie sich die Analyse wirtschaftlicher Prozesse ändert, indem jetzt auch verstärkt technische Indikatoren, wie der Stromverbrauch, Google-Suchanfragen oder Handydaten zum Nowcasting (hierunter versteht man eine statistische Vorhersage-Methode) makroökonomischer Prozesse verwendet werden. Als einen der größten Unsicherheitsfaktoren für die weitere Entwicklung im Zuge der Corona-Krise wurde die mögliche Anzahl von Firmeninsolvenzen im nächsten Jahr genannt, welcher durch das Auditorium sowohl im Hörsaal als auch im Web intensiv diskutiert wurde.

Das sagt Prof. Dr. Bernhard Köster:

Herr Köster, Sie haben schon mehrfach Experten an die Hochschule eingeladen. Was war dieses Mal die Besonderheit?

Köster: Die Herausforderung lag diesmal sicher in der dezentralen Umsetzung der Veranstaltung. Mit Herrn Lukas Nöh vom Sachverständigenrat haben wir zwar bis in den November hinein noch abgewartet, ob er nicht klassisch seinen Vortrag vor Ort im Hörsaal halten könnte. Dies mussten wir dann aber aus bekannten Gründen verwerfen.

War es schwer, sowohl den Dozenten als auch die Studierenden von diesem Format zu überzeugen?

Köster: Glücklicherweise war Herr Nöh gegenüber einer externen Zuschaltung sehr aufgeschlossen, beziehungsweise ist das Jahresgutachten selbst dieses Jahr auch der Regierung virtuell übergeben worden, sodass bezüglich eines digitalen Formats schon einige Erfahrung bestand. Neu war jetzt noch, dass wir neben der Zuschaltung über das Internet auch noch einer kleinen Gruppe von Studierenden im Hörsaal die Möglichkeit geben konnten, wieder ein bisschen Präsenzluft zu schnuppern und die übrigen Studierenden, wie auch Interessierte konnten per Web zuschalten. Soweit ich mitbekommen haben, gab es nur technische Probleme, die auf die eigenen Endgeräte der Nutzer*innen zuzuführen waren.

Kann dies ein Format sein, das auch nach der Corona-Pandemie fortgeführt wird?

Köster: Für die Zukunft lässt sich diese „hybride" Form sicherlich weiterverwenden, denn mit der Zeit wird sich für die technische Umsetzung eine Routine herausbilden, so dass es letztlich gar keinen Mehraufwand bedeutet, die Veranstaltung auch ins Internet zu übertragen. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht kann man so etwas ein skalierbares Produkt nennen, nach dem jedes Management auf der Suche ist.

Vielen Dank für das Gespräch!

Ansprechpartnerin in der Redaktion

Maike Arnold
Maike Arnold

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