Home (away) from home

Die Jade Hochschule hat im September einen besonderen Gast: Dr. John Goodyear von der University of Birmingham wird für vier Wochen die kulturelle Geschichte des Globe, einem alten Theater und Kino aus der britischen Besatzungszeit, erforschen. Gefördert wird dieses Forschungsstipendium vom Deutschen Akademischen Austauschdienst DAAD.

Forschung Rundblick

„Die Forschung soll nun einen Einblick in das kulturelle Leben der Engländer geben.“

Das Globe - ein Baudenkmal nationalen Ranges

Nach dem Zweiten Weltkrieg bauten die Briten in ihrer Besatzungszone zahlreiche Theatergebäude. Das Oldenburger Globe auf dem ehemaligen Kasernengelände in Donnerschwee ist das einzig erhaltenswert verbliebene Gebäude dieser Art in Deutschland aus dieser Zeit. Heute ist es umgeben von einem Wohnviertel und die Kulturgenossenschaft e.G., als Besitzer, möchte das Theater und Kino als kulturelles Zentrum für die Bewohner des Viertels, aber auch für Oldenburg und Umgebung erhalten. Bei dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude handelt sich um ein Baudenkmal nationalen Ranges, ist es doch eine Schnittstelle zwischen englischem und deutschem Leben in der Nachkriegszeit. „Es ist ein englisches Bauprojekt gebaut auf deutschem Boden“, erzählt Dr. John Goodyear.

„Best camp ever” in Oldenburg

Dr. John Goodyear, ehemaliger Studienleiter der „Academy of English“ in Oldenburg, lehrt und forscht heute sowohl an der University of Birmingham als auch an der Jade Hochschule. Nachdem er Ende letzten Jahres von einem Mitglied der Kulturgenossenschaft Globe e.G. durch das Theater geführt wurde, begann er im Januar 2018 mit seiner Forschungsarbeit. Thema: Die Kulturgeschichte des Globe.

Laut Dr. Goodyear lassen sich die Ursprünge des Globe bereits nach dem Ersten Weltkrieg finden. Schon damals bauten die Briten zahlreiche solcher Gebäude. Die gleiche Geschichte wiederholte sich nach dem Zweiten Weltkrieg in noch größerer Form. Der Sinn dieser Theater war die Unterhaltung und Bildung der britischen Soldaten während der Besatzungszeit.

Die Erbauung von Einrichtungen wie dem Globe lassen darauf schließen, dass sich die Engländer ein „home away from home“ in Oldenburg aufbauen wollten. Für Dr. Goodyear ergab sich inzwischen die Gelegenheit, mit drei britischen Zeitzeugen zu sprechen. Diese erinnern sich gern an die Zeit, die sie im Rahmen ihrer Wehrpflicht dort verbracht haben - im „best camp ever“ in Oldenburg.

Die Jade Hochschule und das Globe

An der Jade Hochschule erhält Dr. Goodyear auch Unterstützung von Duncan Howson. Als Lehrkraft für besondere Aufgaben unterstützt dieser das Projekt nicht nur selbst als Mitglied der Genossenschaft, sondern auch als „Quelle der Informationen“.

Denn zwischen der Jade Hochschule und der Forschungsarbeit von Dr. Goodyear bieten sich zahlreiche Schnittstellen. „Die zwei Seiten, also die kulturgeschichtliche Seite und die Geschichte der Architektur, beide vor dem deutsch-britischen Hintergrund, das ist die Intention des Aufenthalts in der Jade Hochschule für die nächsten vier Wochen“, erklärt Dr. Goodyear. Neben Architektur, Akustik/Raumakustik und Sanierung von denkmalgeschützten Bauten ist das Globe als „Fundstück“ und „Veranstaltungsmagnet“ in Oldenburg auch für die Tourismuswirtschaft wertvoll und bietet damit ebenso für die Medienwirtschaft und den Journalismus Potenzial.

Für die Kulturgenossenschaft Globe e.G. ist es wünschenswert für ihre Ziele des Erhalts und der Förderung des Theaters, Unterstützung von den Experten der Jade Hochschule zu bekommen, zum Beispiel in Form von Studierenden-Projekten.