Hirn vom Hahn – Wissen frisch gezapft

Eine Nachlese

Wissenschaftskommunikation Rundblick innovativ

Mit dem Slogan „1 Abend – 7 Kneipen – 14 x Wissenschaft“ sind am vergangenen Donnerstagabend Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Forschungseinrichtungen und unterschiedlichen Fachdisziplinen in die Oldenburger Innenstadt gezogen. In sieben Bars und Kneipen wurden jeweils zwei kurze Fachbeiträge präsentiert. So heterogen wie die Fachrichtungen waren dann auch die teilnehmenden Kneipen und damit auch das gesamte Publikum.

Die Idee für Kneipenabende dieser besonderen Art, bei denen man Wissenschaft mal ganz anders kennenlernt, ist nicht neu. Es war jedoch für alle Beteiligten vor und hinter den Kulissen unklar, wie dieses Format in Oldenburg angenommen wird. „Heute wissen wir: Es funktioniert auf jeden Fall für Oldenburg! Wir sind total begeistert, wie gut ‚Hirn vom Hahn‘ angenommen wurde und werden direkt mit der Terminfindung für nächstes Jahr weitermachen,“ meint Britta Müller, Leiterin Marketing im OFFIS. Uta Mense, die das Projekt größtenteils koordiniert hat, ergänzt: „Es ist toll festzustellen, dass die eigenen Vorstellungen von so einer Veranstaltung, auf die man monatelang hingearbeitet hat, nicht nur erfüllt, sondern noch übertroffen werden können."

"Das Publikum hat uns mit seiner guten Stimmung so freundlich aufgenommen und durch den Abend getragen, dass ich mich schon heute aufs nächste Jahr freue.“

Uta Mense, Projektkoordination Jade HS

Die größte Unsicherheit lag aber bei den Referent_innen, die sich bereit erklärt hatten, in die Bars und Kneipen zu gehen, um sich auch den Fragen der Bevölkerung zu ihrer Arbeit zu stellen. Dr. Sven Rosinger (OFFIS) und Andreas Rothaus (Jade HS) waren sich dann hinterher auch einig: „Je näher so ein Termin rückt, umso mehr fragt man sich: Wofür habe ich da eigentlich vor Monaten meine Zusage gegeben?“ Vorträge im gewohnten Arbeitsumfeld unterscheiden sich eben doch von einem Auftritt, bei dem man in einer Bar auf einer Holzkiste steht.

Großes Lob auch von Dr. Verena Niesel und Dr. Julia Michaelis von der Geschäftsstelle Zentrum für Lehrkräftebildung – Didaktisches Zentrum (DiZ), Universität Oldenburg, nur anschließen: „Wir sind begeistert über die unglaubliche positive Resonanz der Veranstaltung, besonders gefreut hat uns das große Interesse an den verschiedenen Themen zur Schule. Die Veranstaltung ist ein tolles Format, um die Oldenburger Wissenschaftler_innen besser zu verbinden, sowohl durch die gemeinsame Organisation als auch durch den Mix unter den Referent_innen und durch das breit aufgestellte Publikum.“

Der Weg bis zu diesem stimmungsvollen Abend war allerdings lang, weiß Christina Schumacher vom Referat Forschung und Transfer der Jade Hochschule: „Wir haben seit Anfang des Jahres in der Oldenburger Wissenschaftsszene für dieses Format geworben und zur gemeinsamen Gestaltung eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Universität Oldenburg, vom OFFIS, der Innovativen Hochschule, dem Schlauen Haus Oldenburg und der Jade Hochschule eingerichtet.“ Es galt, gemeinsam inhaltliche Abläufe, Titel, Design und vieles mehr so zu entwickeln, dass auf die lokalen Gegebenheiten der Stadt Oldenburg eingegangen und sich gleichzeitig von ähnlichen Formaten wie in Hamburg oder Bremen abgesetzt werden konnte.

Die Finanzierung dieses gelungenen Auftaktes wurde in diesem Jahr von der Jade Hochschule, der Wirtschaftsförderung Oldenburg, der Geschäftsstelle Zentrum für Lehrkräfte – Didaktisches Zentrum, Uni Oldenburg und der LzO übernommen. Eine Fortsetzung im nächsten Jahr wird natürlich auch dann wieder von denjenigen abhängen, die bereit sind, die Veranstaltung zu finanzieren.

„Wir von der Wirtschaftsförderung können uns die Fortsetzung der Kooperation auf jeden Fall auch für 2020 vorstellen. Die Menschen waren begeistert.“


Roland Hentschel, Wirtschaftsförderung Oldenburg

Von Architektur bis Wasserstoff

Das Programm war so vielfältig, wie die Wissenschaft selbst, sodass für jeden etwas dabei sein sollte. Die Jade Hochschule war mit vier Wissenschaftler_innen dabei: Philipp Hübner (Thema Einkaufsverhalten), Jenny Kebschull (Thema Klimaanpassung) - leider kurzfristig verhindert - , Andreas Rothaus (Thema Architekturfotografie) und Tobias Werner (Thema Autonome Unterwasserfahrzeuge) wagten sich daran, ihr Forschungsthema in einer für sie eher unüblichen Umgebung auf verständliche Art vorzustellen.