Dr. Matthias Haupt an die Jade Hochschule berufen

Der Ingenieur mit der Leidenschaft für Licht

Menschen Neuberufung kompetent

Dr.-Ing. Matthias Haupt wurde jetzt auf eine Professur für Kommunikationsnetze und Übermittlungstechniken an die Jade Hochschule berufen. Er lehrt und forscht künftig am Fachbereich Ingenieurwissenschaften am Campus Wilhelmshaven. Die Jade Welt (JW) fragt nach...

JW: Herr Prof. Dr. Haupt, was hat Sie zum Wechsel an die Jade Hochschule bewogen?

Haupt: Von Anfang an das Gefühl hier willkommen zu sein und in einem kollegialen und zugleich professionellen Umfeld zusammen zu arbeiten. Das nehme ich nicht als selbstverständlich und daher freue ich mich umso mehr gemeinsam in meiner wissenschaftlichen Einrichtung und im gesamten Fachbereich Ingenieurwissenschaften zukünftig zu lehren und zu forschen.
Natürlich hat mich auch die Region angesprochen, das Meer, die Weite, die Menschen.

Werdegang

Nach seinem Elektrotechnikstudium mit der Vertiefungsrichtung Informationstechnik an der Technischen Universität Braunschweig wechselte Matthias Haupt 2006 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich der optischen Nachrichtentechnik an die Hochschule Harz. Dort promovierte der 41-jährige zu den theoretischen Grundlagen der Datenrate für Kunststofflichtwellenleiter. Ein von Haupt mitinitiiertes Verbundprojekt erreichte 2013 Weltrekorde bei der Datenübertragung für diesen Fasertyp.

Anschließend gründete der gebürtige Ostwestfale sein eigenes Ingenieurbüro mit der Zielsetzung kleine und mittelständische Unternehmen im Bereich der Einführung neuer Produkte der technischen Optik zu unterstützen. 2015 wechselte Haupt als Leiter des Innovationsmanagements zum Weltmarktführer im Bereich der Projektionslinsen für Automobilscheinwerfer Docter Optics SE nach Thüringen. Zwei Jahre später kehrte er als Projektleiter an die Hochschule Harz zurück und befasste sich mit der Benutzerfreundlichkeit und Anwenderakzeptanz von Mensch-Technik-Interaktionen. Mitte 2019 übernahm Haupt die Studiengangsleitung Ingenieurwesen an der Berufsakademie Melle.

Matthias Haupt publizierte zahlreiche Fachartikel in den Bereichen optische Nachrichtentechnik und Ambient Assisted Living und gewann nationale und internationale Forschungspreise.

JW: Mit welchen Erwartungen und Vorstellungen treten Sie die Professur an?

Haupt: Nach meinem Abitur wusste ich, das ich irgendetwas mit Technik/Naturwissenschaften studieren wollte. Da ein Freund in Braunschweig anfing Elektrotechnik zu studieren, bot er mir an mit ihm eine WG zu gründen und es ihm gleich zu tun. Nach dem Grundstudium, wusste ich, was ich nicht vertiefen wollte und so blieb die Informationstechnik über. Im Laufe des Hauptstudiums haben mich das Medium Licht und die Möglichkeiten dieses als Werkzeug zu nutzen fasziniert - so sehr, dass ich mein Reststudium und auch meine Promotion mit dem Thema optische Nachrichtentechnik verband und auf dem Gebiet intensiv geforscht habe.

JW: Welche Schwerpunkte möchten Sie in Lehre und Forschung setzen?

Haupt: Ich möchte in den Studierenden die Begeisterung für die Vielseitigkeit der Elektrotechnik wecken, sodass sie ihren eigenen Weg finden können. Da halte ich es mit Antoine de Saint-Exupéry: „Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“

Ich zeige gerne unterschiedliche Wege auf, um das zu vermittelnde Wissen begreifbarer zu gestalten. Wichtig ist für mich dabei, die Studierenden in ihrer gewohnten Umgebung abzuholen und den ganzen Lernprozess über zu begleiten, da darf es dann auch mal ein YouTube-Video sein. Selbst nach über 13 Jahren in der Lehre entdecke ich mit jedem Kurs neue Dinge - das macht es für mich so spannend. Ich kann mich da nur Stephen Hawking anschließen, dessen letzte Botschaft war: „Bleiben Sie neugierig!“.

Ähnliches gilt auch für meine Forschung, in der das Licht weiterhin eine große Rolle spielen wird, aber nicht die einzige. Denn jeder Abschnitt des elektromagnetischen Spektrums eröffnet neue Welten, die es zu entdecken gilt, ob es die Mikrowellen, die Terahertz-Strahlung oder eben das optische Spektrum sind. Ohne sie gäbe es weder das schnelle Internet, das Mobilfunknetz noch die Satellitenkommunikation, um nur ein paar Anwendungen zu nennen. Die faszinierenden Innovationsfelder bieten ein fast unendliches Potenzial an Forschungsthemen und Entwicklungen. Da die richtigen Wege herauszufinden und zu beschreiten, wird sicherlich eine meiner wesentlichen Aufgaben sein. Zu Recht hat die Bundesregierung dieses Jahrhundert dem Photon gewidmet.

Ansprechpartnerin in der Redaktion

Katrin Keller
Katrin Keller

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