DAAD fördert deutsch-ukrainische Zusammenarbeit

In der aktuellen Ausschreibung des Deutschen Akademischen Auslandsdienstes DAAD „Digitale Zukunft gemeinsam gestalten: Deutsch-Ukrainische Hochschulkooperationen“ konnte die Jade Hochschule erfolgreich ein Projekt einwerben.

Studium international Geoinformation

Das Vorhaben mit dem Titel „Virtueller Simulator für Lehrumgebungen in der 3D-Digitalisierung“ wurde von Prof. Dr. Thomas Luhmann vom Institut für Angewandte Photogrammetrie und Geoinformatik (IAPG) beantragt und wird über zwei Jahre mit einem Gesamtbetrag von rund 200.000 Euro gefördert. Das Projekt läuft in einer Kooperation mit der Kyiv National University for Construction and Architecture (KNUCA) und der Universität Bamberg.

Die Zielsetzung der DAAD-Förderlinie liegt darin, die Instrumente der Digitalisierung für eine verstärkte deutsch-ukrainische Hochschulkooperation nutzen, um einen Beitrag zur Internationalisierung an ukrainischen und deutschen Hochschulen zu leisten. Durch gegenseitigen Know-how-Transfer bei der Nutzung digitaler Methoden in Forschung, Lehre und Administration, soll die Internationalisierung ukrainischer und deutscher Hochschulen effizienter, innovativer und nachhaltiger gestaltet werden.

Im konkreten Projekt ist geplant, einen virtuellen 3D-Laserscanner zu entwickeln, mit dem Studierende die Planung und Durchführung komplexer 3D-Erfassungen durch terrestrisches Laserscanning üben, ohne dass ein (teures) Gerät zur Verfügung stehen muss. Dabei wird über eine grafische Benutzeroberfläche ein existierendes 3D-Modell eines Objekts (z.B. ein historisches Baudenkmal) visualisiert, für das die Anwender interaktiv geeignete Scanpositionen wählen. Nach Vorgabe bestimmter Mess- und Geräteeinstellungen wird das virtuelle Objekt mathematisch abgetastet und ergibt eine oder mehrere Punktwolken, die anschließend mit Standardverfahren weiterverarbeitet werden. Die notwendige Software wird überwiegend durch ukrainische Studierende entwickelt und als Open-Source-Projekt zur Verfügung gestellt. Sie wird zunächst von Studierenden der Partnerhochschulen getestet und später allen interessierten Hochschulen kostenlos zur Verfügung gestellt.

Das Projekt baut auf der bereits seit acht Jahren laufenden Zusammenarbeit zwischen der KNUCA und dem IAPG auf. In dieser Kooperation finden jährliche Vorlesungen sowie ein studentisches Intensivprojekt im Themengebiet Photogrammetrie und Laserscanning statt. Für sein Engagement erhielt Luhmann 2016 die Ehrendoktorwürde der KNUCA.