„Alle Meerestechnik-Studierenden sollen das Wattenmeer von oben sehen“

Ein energieeffizienter Motorsegler zählt seit Kurzem zum Inventar der Jade Hochschule. Zwei Außenlastbehälter, in denen die bis zu 100 Kilogramm schweren Sensoren untergebracht sind, ermöglichen es den Forscher_innen, Messungen direkt aus der Luft vorzunehmen. Ausgerüstet ist der Flieger darüber hinaus auch mit verschiedenen Kamerasystemen. So können zum Beispiel mit einer Wärmebildkamera großflächig Temperaturen am Boden gemessen werden.

Studium Forschung kompetent besser studieren

Prof. Dr. Jens Wellhausen, der die Anschaffung des Forschungsflugzeuges maßgeblich begleitet hat, erklärt: „Alle Studierenden der Meerestechnik sollen das Wattenmeer von oben sehen.“

Dies sei erforderlich, um selbst beurteilen zu können, wie variabel das Wattenmeer ist und welche Veränderungen innerhalb kürzester Zeit zu beobachten sind. Aber auch im Verbundprojekt „Weran Plus“ werden die Ergebnisse, die mithilfe des Flugzeugs gesammelt werden können, maßgeblich sein. In diesem Forschungsprojekt geht es um die Vermessung von Radarsystemen, die von der Windkraft beeinflusst werden.

Im Bereich der Meerestechnik arbeitet die Jade Hochschule eng mit der Universität Oldenburg zusammen. Während die Universität Forschungsstationen betreibt und eigene Schiffe hat, ergänzt die Jade Hochschule diese Zusammenarbeit nun mit einem Forschungsflugzeug.

Das Flugzeug wird eingesetzt, um zu den Themen Klimawandel, Küstenschutz und steigender Meeresspiegel Aufschluss geben zu können. Die Forscher setzen sich insbesondere mit der Frage auseinander, wie sich die norddeutsche Küste verändert. Aus der Luft sollen deshalb Aufnahmen gemacht werden, um diese Veränderungen sichtbar zu machen. Der zweisitzige Motorsegler hat eine Spannweite von 16 Metern. Mit einer Reichweite von 1.000 Kilometern und einer Flugdauer von sechs Stunden haben ein_e Pilot_in und ein_e Wissenschaftler_in ausreichend Zeit, um umfangreiche Erkenntnisse zu gewinnen.