3D-Messtechnik birgt Chancen für die Digitalisierung

200 Expert_innen zu Gast bei den Oldenburger 3D-Tagen

Forschung Fachtagung Wissenschaftskommunikation Geoinformation innovativ

Die 19. Oldenburger 3D-Tage finden derzeit an der Jade Hochschule statt. Rund 200 Expert_innen aus ganz Deutschland und Europa tauschen sich in 40 Fachvorträgen und in der begleitenden Firmenausstellung über aktuelle Entwicklungen, Forschungsergebnisse sowie das breite Anwendungsspektrum der optischen dreidimensionalen Messtechnik aus.

Die Digitalisierung ist in der dreidimensionalen Messtechnik mit ihren unterschiedlichen Methoden und Anwendungsmöglichkeiten schon lange angekommen. Digitale Bauplanung (Building Information Modeling – erst digital planen, dann bauen), Nutzung von virtuellen Gebäudemodellen für die Prozessoptimierung oder auch die Erfassung von Bergwerken mit autonomen Fahrzeugen sind Themen der diesjährigen Tagung. „3D-Daten über Form und Lage, Position oder Veränderung von Objekten müssen schnell, genau, zuverlässig und direkt vor Ort gewonnen werden. Das funktioniert in den meisten Fällen nur über optische Methoden wie Photogrammetrie oder Lasermessverfahren“, sagt Prof. Dr. Thomas Luhmann, Gastgeber und geschäftsführender Direktor des Instituts für Angewandte Photogrammetrie und Geoinformatik (IAPG). So seien exakte 3D-Informationen Grundlage der Digitalisierung.

Ein Aspekt der Digitalisierung und aktuelles Tagungsthema ist auch die Automatisierung in der 3D-Messtechnik. „Heute ist es möglich, vollautomatisch Bildserien praktisch beliebiger Objekte zur 3D-Rekonstruktion aufzunehmen, ohne dazu ein Spezialist auf diesem Gebiet zu sein.“ Für die Beurteilung und Optimierung der Ergebnisse – um aus der Vielzahl an Daten sinnvolle Information herauszuholen – sei aber noch immer ausgewiesenes Fachwissen notwendig.

„Aushängeschild für die wissenschaftliche Kompetenz der Jade Hochschule"

Dr. Sabine Johannsen, Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK), bezeichnete die 3D-Tage in ihrem Grußwort als „Aushängeschild für die wissenschaftliche Kompetenz der Hochschule sowie deren erfolgreiche Transferaktivitäten.“ Der Landesregierung sei es wichtig, die technologische Entwicklung in Zukunftsfeldern wie Metrologie und Optik, digitalem Bauen oder Künstlicher Intelligenz mitzubestimmen und voranzutreiben und den Wissenstransfer in Wirtschaft und Gesellschaft zu stärken.

Ein Video-Beitrag zu den 3D-Tagen ist am 7. Februar bei dem Oldenburger Lokalsender oeins erschienen:

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„Innovations- und Transferstrategien sind Investitionen in Wissen. Mit den 3D-Tagen trägt die Jade Hochschule dazu bei, dass diese Investitionen Früchte tragen.“

Dr. Sabine Johannsen

 

Prof. Dr. Manfred Weisensee, Präsident der Jade Hochschule, hob in seinem Grußwort die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit in der Forschung hervor. „Unsere Hochschule ist stark, wenn wir interdisziplinär arbeiten.“ Ein Beispiel aus dem Bereich Geoinformation sei die Kooperation mit dem Landesmuseum Natur und Mensch. Zudem richtete der Präsident seinen Dank an das Ministerium für die Bewilligung neuer Professuren im Bereich Digitalisierung.

Der Eröffnungsvortrag von Prof. Dr. Heinz-Jürgen Przybilla, Hochschule Bochum, gab einen Überblick über den Einsatz und die Möglichkeiten von unbemannten Luftfahrzeugen in der Messtechnik. Während der Professor 1979 als einer der ersten einen Bildflug mit einem Modellflugzeug wagte, ist der Markt für Drohnen inzwischen rasant gewachsen. Derzeit gäbe es 474.000 Drohnen in Deutschland, davon werden 19.000 kommerziell und der Rest privat genutzt. Bei der industriellen Nutzung liegt der Hauptanteil mit 79 Prozent im Vermessungswesen. Herausforderungen für die industrielle Nutzung lägen künftig beispielsweise darin, die Navigationsfähigkeit der Geräte zu steigern, die Sicherheit zu verbessern und die Fehleranfälligkeit zu vermindern. Trotz aller Entwicklungen – auch hin zu autonomen Flugobjekten – sei die Ausbildung der Anwender_innen besonders wichtig.

Die Oldenburger 3D-Tage wurden von Christina Schumacher, Leiterin des Technologietransfers am Studienort Oldenburg, und Heidi Hastedt, IAPG, organisiert.

Impressionen

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Katrin Keller
Katrin Keller

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