(Hoch-)Schulschiff auf großer Fahrt

Frithjof Splettstößer, Student der Hörtechnik & Audiologie, war mit dem Segelschulschiff Großherzogin Elisabeth – kurz Lissi – auf großer Fahrt und berichtet im Folgenden von einem der „eindrucksvollsten Erlebnisse seines Lebens“:

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"Was mache ich im Studium eigentlich mit meiner freien Zeit? Das ist vermutlich eine der wichtigsten Fragen, die viele bei der Wahl des Studienortes beschäftigt. So bieten Studentenwerk und Hochschule für fast jeden etwas passendes an (Hochschulsport, Fahrradwerkstatt, Fachschaften, Musikgruppen, …), anderes ist unabhängig von den Hochschulen (Hackspace, Kletterhallen, Theater und Museen, …). Doch das ist eine andere Geschichte.

Wir an der Jade Hochschule haben etwas Besonderes: Wir haben das Meer. Es ist riesig, oft unberechenbar und verbindet Kulturen sowie Kontinente. Und alle – nicht nur die Nautikstudierenden am Studienort Elsfleth – können es bereisen. Zum Beispiel auf der Großherzogin Elisabeth, dem von der Jade Hochschule als Schulschiff genutzten Großsegler, kann man Stunden, Tage oder sogar Wochen seiner Freizeit verbringen. Und das habe ich in diesem Sommer ausprobiert.

"Also, falls du etwas Besonderes
erleben möchtest: Fahr‘ doch einfach mit!"

Dabei war die Lissi auf großer Fahrt gen Norden bis zu den norwegischen Fjorden. Dort bin ich zugestiegen und konnte ein einzigartiges Event für junge Leute erleben – eine internationale Regatta. Die dritte Etappe der Tall Ships Races 2018 hatte ihren Start in Stavanger (Norwegen) und ihr Ziel in Harlingen (Niederlande). Mit der fast 60 Mann starken Crew auf dem über 60 Meter langen Schiff waren wir hier bei Weitem nicht die größten unter den mehr als fünfzig Segelschiffen. Und mit insgesamt mehreren Tausend Besatzungsmitgliedern sind wir bei den Hafenfesten kaum aufgefallen unter hunderttausenden Besuchern.

Dieses Jugendevent – die Besatzungsmitglieder müssen zwischen 15 und 25 Jahre alt sein – ist dabei nicht nur groß, sondern auch international. Englischkenntnisse sind Pflicht, schließlich kommen Schiffe und Besatzungen aus ganz Europa und dem Rest der Welt.

Zusammengefasst war es eines der eindrucksvollsten Erlebnisse meines Lebens. Es ist ein riesiges, internationales Festival, bei dem egal ist, wo du herkommst. An Bord lernst du Segeln, Wind und Meer ebenso gut kennen wie die anderen Crewmitglieder, in den Häfen hingegen ist Tag und Nacht Programm. Alles aufzulisten ist hier nicht möglich, denn dafür war es einfach zu viel.

Ein paar meiner Highlights waren, dass ich Wellensurfen ausprobieren, mitten in der Nordsee von der Klüverspitze ins Meer springen und dort schwimmen, riesige Partys und Crewparaden erleben sowie viele Leute aus anderen Kulturen kennenlernen konnte. Und trotz der erlebnisreichen Zeit war zwischendurch immer wieder Zeit für Pausen, in denen ich zum Beispiel Feuerwerke und den Sonnenuntergang von der Mastspitze aus beobachten konnte.

Die einzige Kehrseite dieser Medaille ist, dass es wie alles andere Geld kostet. Doch dieses Übel ist bezwingbar: Förderung kann man von der Sail Training Association Germany (S.T.A.G.) erhalten, die sich aktiv für die Traditionsschifffahrt und ihre Werte einsetzt. Die Lissi ist im nächsten Sommer wieder auf großer Fahrt."

 

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