Der „Groschen“ fällt fünfmal - Robin Rofallski im Finale

Preisverleihung des LzO-Preises "groschen 2018" für verständliche Wissenschaftskommunikation.

Rundblick kompetent

Der LzO-Preis für verständliche Wissenschaftskommunikation, der „groschen 2018“, wurde an Dr. Sebastian Wilken, Postdoktorand am Institut für Physik der Universität Oldenburg verliehen. Von der Jade Hochschule behauptete sich der wissenschaftliche Mitarbeiter und Doktorand Robin Rofallski am Montag vor rund 200 Gästen im Finale in der LzO-Zentrale in Oldenburg.
 

Der Groschen fällt

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis würdigt die Fähigkeit, Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit für Jedermann verständlich und kreativ zu vermitteln - so, dass bei jedem sprichwörtlich der „Groschen fällt“.

Zum fünften Mal hatte die LzO den „groschen“ ausgeschrieben. 21 Bewerber_innen von den Universitäten Oldenburg und Vechta sowie der Jade Hochschule waren dem Aufruf gefolgt und hatten sich mit ihren Bachelor-, Master-, Doktorarbeiten oder abgeschlossenen Forschungsprojekten beworben. Die Jury wählte fünf Finalisten aus, die auf der Abschlussveranstaltung in acht Minuten ihre Arbeiten präsentierten.
 

„Wissenschaft hat eine hohe Relevanz für die Gesellschaft. Deshalb ist es wichtig, wie wir darüber kommunizieren.“

Gerhard Fiand, Vorsitzender des Vorstands der LzO und Jurypräsident.

Organische Solarzellen oder „auf die Soße kommt`s an“

„Warum arbeiten organische Solarzellen bislang weniger effizient als ihre anorganischen Pendants?“ Dieser Frage hatte sich „groschen“-Gewinner Wilken in seiner Dissertation gewidmet. Er bildete in seiner Arbeit die komplexen Vorgänge in einer organischen Zelle ab und fand heraus, dass sich eine bestimmte Phase bilden muss, damit organische Solarzellen besser und effektiver funktionieren als Solarzellen aus Silizium. Diesen Vorgang verglich er mit Spaghetti Bolognese: So waren die Ladungsträger mal Spaghetti, mal Fleischklößchen. Sein Fazit: „Auf die Soße kommt es an.“

Orientierungssinn von Vögeln oder virtuelle Kompassbrille

Der mit 1.000 Euro dotierte Publikumspreis ging an Anne Depping von der Universität Oldenburg. Sie referierte über den Orientierungssinn von Zugvögeln und stellte fest, dass Zugvögel auf ihren Langstreckenflügen neben der Sonne und den Sternen auch das Erdmagnetfeld mit Hilfe eines magnetsensitiven Moleküls nutzen. Dieses Molekül in eine virtuelle Brille verpackt, könnten künftig auch Pfadfinder anstelle eines Kompasses verwenden.

Vermessung von Seifenblasen oder wie koche ich ein Ei

Von der Jade Hochschule schaffte es Robin Rofallski ins Finale des „groschen“ . Er präsentierte ein Verfahren zur Vermessung von Seifenblasen. Herausforderung: Seifenblasen sind durchsichtig, verändern ihre Form und bestehen nur wenige Sekunden. Für die Bestimmung des Volumens wurde die Grundfläche der Seifenblase in hauchdünne ellipsenförmige Scheiben zerteilt – ganz wie ein Frühstücksei mit dem Eierschneider. Welche Zutaten für das perfekte Frühstücksei bzw. die Berechnung des Volumens notwendig sind, präsentierte Rofallski anschaulich und unterhaltsam.

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Weitere Finalisten waren Dr. Jan Michalsky mit dem Thema „Gleich und gleich gesellt sich, doch Gegensätze ziehen sich an! Wie der Klang der Stimme unsere Gesprächspartner beeinflusst“ und Jannik Ehrich mit dem Thema „Winzige Wahrsager: Die Thermodynamik prädiktiver Information“ (beide Universität Oldenburg).

Jury aus den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft und Presse

Die Jury setzte sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Hochschulen, der Wirtschaft und der Presse zusammen. Neben Prof. Dr. Manfred Weisensee, Präsident der Jade Hochschule, gehörten ihr auch Gerhard Fiand, Vorsitzender des Vorstands der LzO, Jürgen Lehmann, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Oldenburg e.V., Dr. Joachim Peters, Hauptgeschäftsführer der Oldenburgischen IHK, Lars Reckermann, Chefredakteur der Nordwest-Zeitung und Prof. Dr. Burghart Schmidt, Präsident der Universität Vechta, an. Die Universität Oldenburg war in der Jury vertreten mit Dr. Corinna Dahm-Brey, Leiterin Presse & Kommunikation und Prof. Dr. Esther Ruigendijk, Vizepräsidentin für Wissenschaftlichen Nachwuchs und Internationales.