Symposium zum Studienstart: Studiengänge sollen flexibler werden

Rund 80 Teilnehmer_innen von nord- und mitteldeutschen Hochschulen trafen sich am vergangenen Donnerstag am Studienort Oldenburg der Jade Hochschule, um sich beim „Symposium Studienstart“ über die Unterstützungsangebote zu Studienbeginn auszutauschen.

Campus Studium zugewandt

Um einem Studienabbruch vorzubeugen, sei die Unterstützung zum Studienstart besonders wichtig, betonte Hochschulpräsident Prof. Dr. Manfred Weisensee. Ziel sei eine stärkere Flexibilisierung der Studiengänge, insbesondere in der entscheidenden Startphase: „Unsere Aufgabe als Hochschule ist es, innovative Studienformate zu entwickeln, um der Vielfalt der Studierenden gerecht zu werden.“

Flexible Eingangsphasen an der Jade Hochschule: „geofit“ und „fiting“

Prof. Dr. Ingrid Jaquemotte (Jade Hochschule) zeigte Unterschiede in den Zugangsvoraussetzungen auf und gab einen Überblick über die Programme zur flexiblen Eingangsstufe „geofit“ und „fiting“, die an der Jade Hochschule in den Bereichen Geoinformation und Ingenieurwissenschaften angeboten werden. Oft würden Studierende den Unterstützungsbedarf erst nach der ersten Prüfungsphase erkennen. Die Programme sollten daher auch einen späteren Einstieg ermöglichen.

Kompetenzermittlung zu Studienbeginn

Honorarprofessorin Dr. Gudrun Frank (Fachhochschule Erfurt) präsentierten eine Methode zur Kompetenzermittlung zu Studienbeginn. Durch einen spezielles Testverfahren wird die Ausprägung verschiedener Kompetenzen ermittelt. Im Anschluss werden den Studierenden passende Unterstützungsangebote unterbreitet, um ermittelte Lücken zu schließen. „Der Test dient auch dazu, die von der Fremdeinschätzung abweichende Selbsteinschätzung aufzuzeigen“, so Frank.

„Schubladendenken ist nicht zielführend“

Prof. Dr. Miriam Barnat und Christiane Katz (beide FH Aachen) stellten ihre Forschungsergebnisse zur Studierfähigkeit und zu studienrelevanter Heterogenität vor. Mangelnde Studierfähigkeit sei in jeder sozialen Schicht zu finden. „Schubladendenken ist nicht zielführend“, konstatierte Barnat. Sie unterstrich die Notwendigkeit von Orientierungsphasen und die gute Abstimmung von Förderangeboten. Zwar seien zentrale Angebote unerlässlich, jedoch führe die Einbindung in Veranstaltungen zu einer höheren Verbindlichkeit bei den Studierenden.

Unterstützung zum Studienstart ist Daueraufgabe

Anschließend diskutierten Vertreter_innen des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur, der IHK Oldenburg, der Bundesarbeitsagentur und der Hochschule, wie der Übergang zum Studium durch passende Angebote sinnvoll gestaltet werden kann. Einig war man sich darüber, dass Schülerinnen und Schüler eine stärkere Berufsorientierung benötigen und dass die Unterstützung zum Studienstart und darüber hinaus eine Daueraufgabe für die Hochschulen darstellt. Prof. Dr. Andrea Czepek, Vizepräsidentin für Studium und Lehre, betonte, dass diese Aufgabe nur durch eine entsprechende Finanzierung bewältigt werden könne. Auch sei die Verknüpfung der finanziellen Unterstützung mit der Erreichung der Regelstudienzeit nicht mehr zeitgemäß. Diese sei mit der Vielfalt an Studienanfänger_innen nicht zu erreichen. Außerdem müsse man die Unterstützungsangebote in das Curriculum integrieren.

Ein Videobeitrag zum Symposium ist auf dem Oldenburger Lokalsender oeins zu sehen: Lokalfenster vom 2. März, ab Minute 12:57.