Wie aus „Innovation in Schokolade“ ein Unternehmen wurde

„Seefinchen kann ja praktisch alles an der Küste finden“, freut sich Dr. Jürgen Petzold und hält dabei eine Packung seiner Borkenschokolade in der Hand. „Das muss ja auf Dauer nicht nur Schokolade sein“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Viel kann er sich vorstellen und viel traut er sich auszuprobieren.

Studium innovativ

Gemeinsam mit zwei Studierenden hat es der Professor der Jade Hochschule innerhalb eines Jahres geschafft, das Produkt ‚Seefinchen‘ an den Markt zu bringen. „In der Produktreihe ‚Seefinchen – Die Schatzsammlerin vom Küstenstrand‘ bieten wir kleine Präsente für die Hotelindustrie. Unternehmen in der Region bestellen bei uns individualisierte Gastgeschenke und aktuell sind wir dabei, uns auch im Backzubehörmarkt zu positionieren“, führt er weiter aus.

Studierende erarbeiteten Ideen für neue Geschäftsmodelle

Angefangen hat alles mit einem Workshop (die Jade Welt berichtete), an dem zwölf Studierende aus fünf Studiengängen teilnahmen. Sie erarbeiteten Ideen, welche neuen Märkte und Geschäftsmodelle die Ulmer Schokoladen GmbH & Co. KG für sich erschließen kann. „Unsere Studierenden haben so tolle Ideen erarbeitet, dass ich selbst von der Marktreife der Ideen überzeugt war. Deshalb habe ich mich dafür eingesetzt, gemeinsam mit ihnen das Projektergebnis umzusetzen.“ Das Ergebnis ist Seefinchen.

„Ich bin sehr stolz darauf, was die Studierenden erreicht haben“

Natürlich lief auch nicht alles glatt. „Lange haben wir daran getüftelt, wie die Verpackung aussehen kann. Sie sollte natürlich ansprechend für den Endverbraucher sein, gleichzeitig muss sie in der Produktions- und Verpackungskette aber auch praktikabel sein“, beschreibt Petzold den Entwicklungsprozess. „Als wir endlich etwas gefunden hatten, das unseren Ansprüchen entsprach, tat sich das nächste Problem auf.“ Die Papiertüten ließen sich nicht einfach so per Hand öffnen. Viel probierte er zuhause in der Garage aus. Bis er seinem Neffen, einem Maschinenbaustudenten, das Problem schilderte. „Seitdem haben wir den Beutelmaster 3000“, erklärt Petzold lachend. Mit einem Kompressor werden die Tüten nun aufgeblasen und können anschließend befüllt werden.

Studentisches Startup-Unternehmen entwickelt Verpackungsdesign

Momentan ist das alles noch reine Handarbeit. „Meine Frau und ich wiegen jedes Tütchen einzeln ab. Aber wir überlegen gerade, wie wir diesen Prozess automatisieren und damit vereinfachen können“, erklärt Petzold, der gleichzeitig Vorstandsmitglied im Institut für Unternehmensgründung und Innovation (UGI) an der Jade Hochschule ist. Mit viel Liebe zum Detail wurde auch die Verpackung gestaltet. „Die hat ein junges Startup-Unternehmen von zwei Master-Studierenden der Jade Hochschule gemacht und das Motiv ist handgezeichnet“, erklärt der Studiengangsleiter für „Wirtschaft im Praxisverbund“.

„Insgesamt macht mir die Arbeit mit Studierenden sehr viel Spaß und ich hoffe, dass ihnen mit meiner Unterstützung der Weg in die Selbstständigkeit erleichtert wird“, erklärt Petzold seine Motivation. Von der Arbeitsleistung der Studierenden ist er völlig überzeugt. So sehr, dass er beiden Anfang des neuen Jahres eine Teilhaberschaft an Seefinchen anbieten möchte. „Ich bin gespannt, ob beide diesen Schritt gehen wollen“, lächelt Petzold.